Zu Ehren des Heiligen und Märtyrers

Pfarrei in Saerbeck erhält aus Polen Reliquie von Maximilian Kolbe

  • Das Maximilian-Kolbe-Werk hat der Pfarrei St. Georg in Saerbeck eine Reliquie des Märtyrers Maximilian Kolbe überlassen.
  • Diese Reliquie wird zusammen mit Reliquien von Adolph Kolping und Ida von Herzfeld vor dem Altar der Pfarrkirche eingelassen.
  • Vorgesehen ist das Einsetzen der Reliquien im Rahmen einer Feier am 1. Oktober.

Eine Reliquie des in der katholischen Kirche verehrten Heiligen und Märtyrer Maximilian Kolbe (1894-1941) wird in den „Bodentank“ des neuen Altars in der Kirche St. Georg in Saerbeck (Kreis Steinfurt) eingelassen. Vorgesehen ist die Zeremonie bei der Feier des 125-jährigen Kirchweihjubiläums am 1. Oktober. Ebenfalls an den Altar hingelegt werden Reliquien von Adolph Kolping und Ida von Herzfeld.

Bei der Reliquie von Maximilian Kolbe handelt es sich um Haare dieses Märtyrers, der am 14. August 1941 im Stammlager des Konzentrationslagers (KZ) Auschwitz durch eine Phenolspritze umgebracht wurde. Sein Gedenktag in der Liturgie ist der 14. August.

Saerbeck erinnert an Maximilian Kolbe

Die Reliquie, die in einer Brosche verwahrt wird, hatte zunächst das Franziskaner-Minoritenkloster in Niepokalanow (Polen) dem Maximilian-Kolbe-Werk in Deutschland überlassen. Das Hilfswerk für die Überlebenden der Konzentrationslager und Ghettos in Mittel- und Osteuropa entstand 1973 auf Initiative der katholischen Friedensbewegung Pax Christi mit Unterstützung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

In Gottesdiensten informiert die Pfarrei in Saerbeck in diesen Wochen über das Hilfswerk mit Sitz in Freiburg und über den heiligen Maximilian Kolbe. Seinen Namen trägt auch die Gesamtschule Saerbeck, die in diesem Jahr ihr 35-jähriges Bestehen begeht.

Franziskanerkloster wurde zum Zufluchtsort

Reliquie von Maximilian Kolbe in einer Brosche
In einer Brosche verwahrt ist die Reliquie des Heiligen und Märtyrers Maximilian Kolbe, der am 14. August 1941 im KZ Auschwitz ermordet wurde. | Foto: privat

Das Kloster Niepokalanow liegt etwa 40 Kilometer von Warschau entfernt. Das Kloster wurde von Kolbe 1927 gegründet. Er wollte ein Zentrum für die Evangelisierung sowie zur geistigen und religiösen Erneuerung des polnischen Volkes gründen. Innerhalb weniger Jahre wuchs die Zahl der Brüder im Kloster von 18 auf 650. Niepokalanow wurde zu einem der größten Ordenshäuser weltweit.

Die Klosterstadt nahm nach Beginn des Zweiten Weltkriegs 1939 viele polnische Flüchtlinge, darunter zahlreiche Juden, auf. Im Februar stürmten deutsche Truppen die Klosteranlage und brachten Kolbe in das KZ Auschwitz-Birkenau. Nach der Flucht eines Gefangenen Ende Juli 1941 wählte ein SS-Lagerführer zehn Häftlinge aus, die im sogenannten Hungerbunker sterben sollten.

Kolbe rettet in Auschwitz Familienvater

Schreiben des polnischen Franziskaner-Klosters Niepokalanow zur Übergabe der Reliquie. | Foto: privat
Schreiben des polnischen Franziskanerklosters Niepokalanow zur Übergabe der Reliquie. | Foto: privat

Darunter war auch der Familienvater Franciszek Gajowniczek. Kolbe bot sich an, sein Leben statt dem von Gajowniczek zu geben. Die SS-Führer akzeptierten diesen „Tausch“. Am 14. August 1941 wurde Kolbe durch die Injektion einer Spritze mit dem Nervengift Phenol ermordet.

Nach der Seligsprechung 1971 folgte am 10. Oktober 1982 die Heiligsprechung als Märtyrer durch Papst Johannes Paul II. Zur Feier kam Gajowniczek nach Rom, der ohne Kolbe Auschwitz nicht überlebt hätte.

Beeindruckendes Glaubenszeugnis

Für die Saerbecker Gemeindeleiterin und Pastoralreferentin Anja Daut ist das Lebens- und Glaubenszeugnis des Franziskanerpaters sehr beeindruckend: „Wir sind dankbar, eine solche Reliquie bekommen zu haben.“ Das gelte auch für die Reliquien der heiligen Ida und von Adolph Kolping.

Die Kolping-Reliquie überreichte das Kolpingwerk in Deutschland, weil die Saerbecker Kolpingsfamilie eine der mitgliederstärksten Verbände im Kolpingwerk bundesweit ist. Die Ida-Reliquie wird vom Bistum Münster durch den Bischofskaplan Jörg Niemeier übergeben. Ida von Herzfeld, die im 9. Jahrhundert lebte, wurde die erste Heilige in Westfalen.