Generalvikar Norbert Köster: „Es muss alles auf den Prüfstand“

Räte prüfen neue Leitungsstrukturen im Bistum Münster

Wer übernimmt in Zukunft die Leitung der Pfarreien im Bistum Münster? Mit dieser Frage beschäftigte sich vor wenigen Tagen der „Tag der Räte“. Das sagte Generalvikar Norbert Köster in einem Interview mit den „Westfälischen Nachrichten“ am Donnerstag (06.10.2016). Demnach hätten erstmals Priesterrat, Diakonenrat und Pastoralreferentenrat gemeinsam getagt. „Es herrschte großes Einverständnis darüber, dass wir über das zentrale Thema 'Leitung' sprechen müssen“, berichtete Köster

Man müsse „20 Jahre weiter denken und realistischerweise einräumen, dass es für viele Gemeinden keine Pfarrer in umfassender Leitungsposition mehr geben wird“, räumte der Generalvikar ein. Auch sei zu bedenken, dass „nicht jeder Priester ein guter Teamleiter“ sei – „und trotzdem kann er ein guter Seelsorger sein“. Ein Arbeitskreis solle klären, was künftig Aufgabe der Priester, der Hauptberuflichen und was Aufgabe der Laien sei. Historisch gesehen falle Weihe und Leitung nicht automatisch zusammen, betonte Köster, der auch Kirchenhistoriker ist.

„Alarmsignal“ bei Priestern

Mit Blick auf die Bistumspriester gab Köster zu bedenken, einige verstünden Gemeinde noch als „Wagenburg gegen die Säkularisierung“. Solche Schutzreflexe gegen die Welt seien „ein Alarmsignal“, meinte der Generalvikar. „Wir müssen uns ganz neu fragen, was der Priester ist und wie er leben und wirken soll.“ Mit Blick auf die sinkenden Priesterzahlen bedeute das: „Nur wenn wir diese Rolle und die Berufung des Priesters auch wieder lebbar und attraktiv machen, werden wir Priesteramtskandidaten bekommen.“

Köster betonte, es müsse „alles auf den Prüfstand“. Dazu gehörten auch mögliche Umstrukturierungen im Bischöflichen Generalvikariat. Nähere Angaben dazu machte er nicht.