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"Christliches Liebesgebot hat politische Relevanz"

SPD-Politikerin Gesine Schwan: Glauben und Politik sind eng verbunden

  • Politik hat laut SPD-Politikerin Gesine Schwan auch eine theologische Dimension.
  • „Gott nimmt uns in die Pflicht, die Welt im Sinne des Heils partnerschaftlich mitzugestalten“, so Schwan in Erfurt.
  • Der Glaube sei ihres Erachtens ein Geschenk, erklärte die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission.
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Politik hat nach Ansicht von SPD-Mitglied Gesine Schwan auch eine theologische Dimension. „Gott nimmt uns in die Pflicht, die Welt im Sinne des Heils partnerschaftlich mitzugestalten – das bedeutet, zugunsten von gemeinwohlorientierten Entscheidungen mitzuwirken“, sagte die Politikwissenschaftlerin am Mittwochabend bei den „Erfurter Kreuzganggesprächen“. So verstehe sie Politik und politisches Wirken, hob die Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission hervor.

„Gott hat die Welt nicht zum Untergang, sondern zum Heil geschaffen und bleibt als Partner und Unterstützer lebendig“, führte Schwan aus. Die frohe Botschaft besage, dass das Unheil und Schlechte in der Welt nicht das letzte Wort habe. „Das zu glauben, das ist ein Sprung, den wir machen müssen, da es für diese Aussage keinen empirischen Beweis gibt.“ Der Glaube sei ihres Erachtens ein Geschenk und ein mutiger Schritt: „Glaube ist nicht kohärent logisch, sondern immer ein Zusammenwirken von Geschenk, Gnade und eigener Anstrengung.“

Gesine Schwan bleibt Kirche treu

Das christliche Liebesgebot hat nach Ansicht Schwans ebenfalls politische Relevanz: „Es geht darum, ständig darauf aus zu sein, das Wohlergehen aller – auch der Gegner – im Blick zu haben und unermüdlich Wege dafür zu suchen.“ Das falle mitunter schwer und verlange teils sehr viel Kraft und Selbstbeherrschung. Zugleich betonte sie: „Das bedeutet aber nicht, um des lieben Friedens willen immer nachzugeben. Manchmal kann es auch richtig sein, aus Liebe Widerstand zu leisten.“

Schwan sagte, dass sie trotz aller kirchlichen Skandale nicht die Absicht habe, aus der katholischen Kirche auszutreten. „Ich glaube, ohne die Institution kann sich die frohe Botschaft vom Evangelium nicht halten – nur institutionell gestützt wird sie sich weiter verbreiten“, so die Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform.

Die „Erfurter Kreuzganggespräche“ werden traditionell im Mai vom Katholischen Forum im Land Thüringen und der Katholisch-Theologischen Fakultät organisiert. Die dreiteilige Reihe steht dieses Jahr unter dem Thema „Gott?! Wer ist das eigentlich“.

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