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Pater Joachim Hagel wird vom Wolfgangsee nach Cappenberg versetzt

Corona-Kunststück: Wenn ein Pfarrer von Österreich ins Münsterland wechselt

  • Es ist ein kleines Kunststück, in Corona-Zeiten die Grenze von Österreich nach Deutschland passieren zu können.
  • Pater Joachim Hagel muss das in diesen Tagen mit Impfpass, Schnelltest und Einreisegenehmigung schaffen: Er wechselt vom Wolfgangsee nach Cappenberg.
  • Dort wird der 59-jährige Ordensmann Pfarrer an der berühmten Prämonstratenser-Kirche, die wie der Orden in diesem Jahr Jubiläum feiert.
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„Eigentlich wollte ich am Rosenmontag von Österreich nach Westfalen übersiedeln, aber die Grenzschließung wegen der Corona-Pandemie hat dies verhindert“, sagt Pater Joachim Hagel. In den vergangenen fünf Jahren hat er die Gläubigen am Wolfgangsee im Bundesland Salzburg in Österreich begleitet.

Der 59-jährige Prämonstratenser wird in diesen Tagen mit dem Auto nach Cappenberg reisen, um dort seine neue Pfarrstelle anzutreten. „Ich bin bereits geimpft und mache noch einen Schnelltest, damit ich dann am 1. März in Deutschland überhaupt mit Online-Einreiseantrag nach Nordrhein-Westfalen und Durchreise-Genehmigung durch Bayern sowie einer Kopie der Ernennungsurkunde von Bischof Felix Genn wieder einreisen darf, obwohl ich derzeit noch gar keinen Wohnsitz in Deutschland habe“, informiert Pater Joachim über die derzeitigen Reisebeschränkungen.

Rückkehr zu einem vertrauten Ort

Cappenberg ist dem Ordensmann ein vertrauter Ort: Vor 35 Jahren hat der aus Ibbenbüren stammende Joachim Hagel noch während seines Studiums in Münster Clemens Dölken kennengelernt, den heutigen Prior des Prämonstratenserklosters in Magdeburg. Nach Abschluss des Theologiestudiums trat Hagel dort ein. Sein Noviziatsjahr verbrachte er weitgehend im oberösterreichischen Prämonstratenser-Stift Schlägl. 1991 und 1992 lebte er während seines Doktoratsstudiums in Münster bereits einige Zeit in Cappenberg.

In den letzten Jahren hat promovierte Wirtschaftswissenschaftler und habilitierte Theologe im Erzbistum Salzburg einen Pfarrverband am berühmten Wolfgangsee mit drei Gemeinden und vier Kirchorten geleitet. „Hier herrscht eine offene, sehr geschwisterliche, freundliche und fröhliche Atmosphäre, in der ich mit viel Begeisterung wirken durfte. Es waren viele Termine, Treffen und Gottesdienste, aber es war einfach nur wunderbar, hier als Seelsorger tätig sein zu dürfen“, erzählt Pater Joachim.

"Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst"

In Österreich nehme man vieles eher gelassen und in Ruhe auf nach dem Motto: „Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst.“ Von der derzeitigen Krise der Kirche wie in Deutschland sei in Salzburg „noch nicht so viel zu spüren“, erklärt er.

Um die Spiritualität der Katholiken am Wolfgangsee zu beschreiben, vielleicht im Gegensatz zu den Gepflogenheiten in Cappenberg, greift Pater Joachim ein Beispiel auf: „Wenn ich auf der Homepage der Pfarrei Cappenberg lese, dass es in Cappenberg am 5. April 2021, am Ostermontag, ein lateinisches Choralamt gibt, dann würden mir hier die Leute am Wolfgangsee sagen: Aber Pater Joachim, da ist doch in St. Gilgen immer Kindermesse und anschließend Ostereier suchen im Freien oder in Strobl der Emmausgang nach St. Wolfgang mit anschließender Einkehr auf der Alm, und in Fuschl und Abersee sind Familienmessen. So darf ich sagen, dass wir hier am Wolfgangsee - nicht nur am Ostermontag - oft viele schöne und fröhliche Gottesdienste für Familien, für Jugendliche und für große und kleine Kinder gehalten haben.“

Bedeutsames Prämonstratenser-Kloster

Wie die Seelsorge in Cappenberg künftig sein wird, kann Pater Joachim noch nicht sagen. „Aber etwas von der Begeisterung am Glauben und am Feiern von Gottesdiensten, die ich am Wolfgangsee erleben konnte, würde ich auch gern in Cappenberg wieder antreffen“, sagt er.

Die Amtseinführung am 7. März wird im kleinen Rahmen gefeiert, auch weil die Stiftskirche wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Ein freudiger Tag ist es ebenso für die Abtei Hamborn, die traditionell und nach Vereinbarung mit dem Bistum Münster die Seelsorge an der 900 Jahre alten Cappenberger Stiftskirche übernimmt. Bis zur Aufhebung 1803 war Schloss Cappenberg ein bedeutsames Prämonstratenser-Kloster. Dort entstand 1122 das erste Kloster des Ordens auf deutschem Boden.

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