Konzerthaus, Kathedrale und die Firma Klais

Was Münsters Paulusdom mit Hamburgs Elbphilharmonie verbindet

Hamburgs neues Konzerthaus, die Elbphilharmonie.
Hamburgs neues Konzerthaus, die Elbphilharmonie. Foto: Maxim Schulz

Wenn am Mittwochabend Hamburgs neues Konzerthaus, die Elbphilharmonie, nach fast zehn Jahren Bauzeit feierlich eröffnet wird, hat auch ein Instrument Premiere, dessen große Schwester in Münsters St.-Paulus-Dom zu bestaunen ist. Die Rede ist von der großen Konzertorgel. Genau 30 Jahre nach dem Bau des Instruments in Münster wurde das neue Werk für die Elbphilharmonie fertig – und beide schuf die Orgelbauwerkstatt Klais in Bonn.

Großer Saal der Elbphilharmonie in Hamburg. Die Orgel ist größtenteils hinter und neben den Zuschauerrängen eingebaut. | Foto: Iwan BaanGroßer Saal der Elbphilharmonie in Hamburg. Die Orgel ist größtenteils hinter und neben den Zuschauerrängen eingebaut. | Foto: Iwan Baan

So außergewöhnlich wie die gesamte Architektur und Akustik des neuen Hamburger Konzerthauses ist auch die Anlage seiner Orgel. Denn sie thront nicht irgendwo weit entfernt über den Köpfen des Publikums, sondern ist in, neben und hinter den terrassenförmig angeordneten Zuschauerrängen eingebaut.

Die kleine Schwester

Nur einige der knapp 5.000 Pfeifen sind sichtbar und berührbar im Raum angebracht. Die Orgel mit ihren 69 Registern, den unterschiedlichen Tonfarben, kann von zwei Spieltischen zum Klingen gebracht werden: einer ist direkt an die Orgel angebaut, ein anderer ist fahrbar für die Orchesterbühne bestimmt.

Die Hauptorgel im St.-Paulus-Dom in Münster. | Foto: Michael BönteDie Hauptorgel im St.-Paulus-Dom in Münster. | Foto: Michael Bönte

Im St.-Paulus-Dom in Münster gibt es zwar nur einen Spieltisch, von dem jedoch zwei Orgeln bespielt werden können: das Hauptwerk im vorderen Querhaus und ein Turmwerk, das vor allem den Gemeindegesang vom hinteren Teil der Kathedrale unterstützt. Auch wenn die neue Hamburger Konzertorgel ein beeindruckend großes Instrument ist – Münsters Domorgel übertrifft sie dennoch mit 74 Registern im Haupt- und 19 Registern im Turmwerk. Sie bleibt also die ältere und größere Schwester der Orgel in der Elbphilharmonie.