Von den Tätern fehlt jede Spur

Wertvolle Krippe aus der Stiftskirche in Kleve gestohlen

„Es ist ein Stich ins Herz, wenn dreiste Diebe sich am Christuskind vergreifen.“ Pfarrer Albert Lütkebohmert, der zurzeit Propst Johannes Mecking vertritt, ist immer noch fassungslos über den Diebstahl der Klever Krippe. Es sei weniger der materielle Schaden, auch wenn er den nicht genau beziffern könne, sagt der Geistliche. Für ihn wiegt der ideelle Verlust viel schwerer.

Mitten am Tag hatten unbekannte Täter am Dienstag zwischen 14 und 18 Uhr 18 Figuren aus der Klever Stiftskirche St. Maria Himmelfahrt entwendet. Bei den gestohlenen Figuren handelt es sich um die Heilige Familie, die Heiligen Drei Könige, Frauen, Männer und verschiedene Tierfiguren wie ein Kamel, ein Esel, Schafe, Ziegen und Hühner.

Erste bewegliche Figuren

Dem Sakristan Richard Maaßen war die bis auf den Engel, den Ochsen und einige Schafe geschrumpfte Krippe vor der 19-Uhr-Messe aufgefallen. Kirchenbesucher hatten bei ihrem Rundgang angenommen, bei dem Diebstahl handele es sich um einen Umbau der Szene und deshalb keinen Alarm geschlagen.

„Die Krippe ist von 1910“, sagt Pfarrer Lütkebohmert. „Die teilweise mehr als 40 Zentimeter großen Figuren sind handbemalt. Diese Krippe gehört zu den ersten am Niederrhein, deren Figuren durch Drahtgelenke beweglich sind“, erläutert der Geistliche. Entsprechend wertvoll sei die von der Künstlerin Johanna Lamers-Vordermayer hergestellte Krippe.

Nicht der erste Kunstraub in Kleve

Die Qualität sei groß, es handele sich nicht um Massenware. Die Krippe sei nicht zu verkaufen, betont Lütkebohmert. Der Sakristan schätzt den Verlust auf mehr als 10.000 Euro. Deshalb hofft der Priester, dass die Täter Reue zeigen und die Figuren zurückgeben.

Es ist nicht der erste Kunstraub in Kleve. 1971 wurde die Schnitzfigur „Der Prophet“ aus der Stiftskirche gestohlen. Erst im vergangenen Jahr wurde diese Figur wieder gefunden. Nach dem Tod eines privaten Kunstsammlers hatte man sie in dessen Keller entdeckt.

Sachdienliche Hinweise erbittet die Polizei unter der Rufnummer: 0 28 21/50 40.