Auch Gaststätte von Arbeiten betroffen

Zehn-Millionen-Investition in Gerleve: Haus Benedikt wird kernsaniert

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Die Jugendbildungsstätte Haus Benedikt in Gerleve wird für zehn Millionen Euro renoviert. Eine Investition in eine Form der Pastoral, die in den Augen der Verantwortlichen Zukunft hat.

Es kann sein, dass dem ein oder anderen die Veränderungen gar nicht auffallen. Denn wenn wie geplant im August 2024 die Jugendbildungsstätte Haus Benedikt in Gerleve (Kreis Coesfeld) nach mehr als einjähriger Umbauzeit wieder geöffnet wird, wird vieles wieder aussehen wie zuvor. Denn bei den Baumaßnahmen handelt es sich überwiegend um eine funktionale Renovierung. Außenansicht, Raumaufteilung und Inventar werden zum Großteil gleich bleiben.

„Es waren viele kleine Dinge, die dazu geführt haben, dass wir eine große Baustelle einrichten mussten“, sagt Matthias Kortmann. Der Leiter der Bildungsstätte berichtet von Wasserschäden, von Entlüftungsfragen sowie von Leitungsproblemen. Aber auch von sanitären Anlagen, die von den Gästen nur über den Flur zu erreichen gewesen sind. „Das war nicht mehr zeitgemäß und hat durchaus zu Kritik von Besuchern geführt.“

90 Prozent trägt das Bistum Münster

Eine Kernsanierung stand also an. Und die wird nicht preiswert: Etwa zehn Millionen Euro kostet die Renovierung, 90 Prozent davon trägt das Bistum Münster. Den Rest übernehmen die Benediktiner aus der benachbarten Abtei Kloster Gerleve, die das Haus betreiben. Ein privater Spender finanziert zudem einige neue Möbel. „Damit die Einrichtung besser zu dem frischen Erscheinungsbild passt.“

Die hohe Investition hat in den Augen von Benediktinerpater Marcel eine wichtige inhaltliche Botschaft: „Hier ist seit vielen Jahren ein pastorales Zentrum entstanden, zu dem auch die Angebote für junge Menschen gehören.“ Neben dem Kloster, dem Exerzitienhaus St. Ludgerus und dem Haus Benedikt ist auch die Kontaktfläche zu Tagesgästen gewachsen. Die Gaststätte wird besonders von Ausflüglern in die umliegenden Baumberge besucht, der neu gestaltete Spielplatz lockt junge Familien. „Vom Mitfeiern des täglichen Gottesdienstes bis zum kurzen Gespräch mit uns sind alle Formen der Begegnung dabei“, sagt der Ordensmann.

Ein Zentrum für Tage religiöser Orientierung

Begutachtung des Umbaus im Mediationsraum vom Haus Benedikt (von links): Pater Marcel, Matthias Kortmann und Markus Brambrink. | Foto: Michael Bönte
Begutachtung des Umbaus im Meditationsraum vom Haus Benedikt (von links): Pater Marcel, Matthias Kortmann und Markus Brambrink. | Foto: Michael Bönte

Das hat für ihn eine wichtige benediktinische Ausstrahlung. „Die beste Pastoral ist Gastfreundschaft“, sagt Pater Marcel. „Wer hierherkommt, nimmt Eindrücke mit in sein Leben.“ Ob es die Auseinandersetzung mit grundlegenden Glaubensfragen ist, das tiefer gehende Gespräche mit einem Ordensmann oder einfach nur das Spielen mit Blick auf das Kloster: „Da bleibt etwas hängen.“ Und genau das ist für ihn ein auch in Zukunft tragendes Profil für ein pastorales Zentrum.

Wie wichtig die Einrichtung gerade für den Kontakt der Jugend mit religiösen Fragen ist, lässt sich an Zahlen belegen. Vor der Pandemie waren es jährlich etwa 11.000 Gäste im Haus Benedikt. „Wir sind neben der Jugendburg Gemen die zentrale Einrichtung für die Tage religiöser Orientierung im Bistum Münster“, sagt Verwaltungsleiter Markus Brambrink. „Für ungezählte Menschen ist dieses Haus über Generationen zu einer Station geworden, die ihren Glauben geprägt hat.“ Wie auch von einigen Handwerkern auf der Baustelle. „Sie sagten, dass sie sich noch gut an ihre religiösen Schultage hier erinnern konnten, obwohl sie seitdem nicht mehr nach Gerleve gekommen waren.“

Neues Flair in der Gaststätte der Abtei Gerleve

Derzeit läuft der Betrieb im Haus Benedikt mit halber Kraft. Bis das zentrale Gebäude wieder bezogen werden kann, stehen nur 30 Betten sowie Arbeits- und Begegnungsräume in zwei anderen Gebäuden bereit. Das Essen wird aus der Klosterküche in einen Speisesaal dort geliefert, in dem schon in den 1950er Jahren die Mahlzeiten serviert wurden.

Nach Wiedereröffnung des renovierten Hauptgebäudes, das Mitte der 1980er Jahre entstand, werden dann wieder 34 Betten mehr, eine moderne Küche, ein neuer Speisesaal sowie zeitgemäße Wohn- und Begegnungsräume zur Verfügung stehen. Und auch die Gaststätte, die derzeit in einem Provisorium auf einer Wiese vor dem Kloster untergebracht ist, wird dann mit neuem Flair im Erdgeschoss wieder einziehen können.

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