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Günter Hinxlage lädt in Garrel zu Spaziergängen ein

10.000 Schritte Seelsorge: Wie ein Diakon 18- bis 80-Jährige begeistert

  • Günter Hinxlage ist Ständiger Diakon in St. Johannes Garrel.
  • Während der Pandemie hat er Einzelne zu Spaziergängen mit Gesprächen über Gott und die Welt eingeladen.
  • Diese Gespräche will er nun auch nach dem Ende der Beschränkungen fortführen.
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Zurzeit geht Günter Hinxlage jeden Tag so seine 10.000 Schritte. „Das ist ja jetzt bei Corona zum großen Trend geworden.“ Hinxlage ist Ständiger Diakon in St. Johannes Garrel und macht sich abends oder am Wochenende auf den Weg, nach seiner Arbeit in der Volksbank Bösel. Aber nicht allein.

Dem 54-Jährigen war aufgefallen: „Für viele Menschen, gerade für Ältere, ist es schwer, auf ihren gewohnten Gang zu verzichten. Und dabei auch mal mit anderen zu reden.“ Eine Erfahrung, die Hinxlage schon während der Ausbildung zum Diakon, beim Sozialpraktikum im Seniorenzentrum Garrel, gemacht hatte. Er überlegte: Auch andere könnten das während der strengen Corona-Regeln vermissen, wo Treffen im geschlossenen Raum nur eingeschränkt möglich waren. So kam der Seelsorger auf seine Idee: „Inspiration und Gelassenheit – draußen gehen“.

 

Im Pfarrbrief geworben

 

Günter Hinxlage
Günter Hinxlage ist seit 2017 Ständiger Diakon in St. Johannes Garrel. | Foto: privat

Im Pfarrbrief der Gemeinde warb er mit seiner Telefonnummer: „Wer hat Lust auf einen Spaziergang? Sich austauschen über Gott und die Welt, sich vom anderen inspirieren lassen, den Tag hinter sich lassen.“

Schnell hatte Hinxlage acht Partner, mit denen er regelmäßig geht, der Älteste 80, der Jüngste 18 Jahre alt. Manche hat er auch persönlich angesprochen. „Wir gehen dann einfach mal los wie nach Emmaus“, schildert er seine Idee.

 

Von sich selbst berichten als Türöffner

 

Als „Türöffner“ berichte er zuerst immer von seiner persönlichen Situation, von der Arbeit in der Bank und als Diakon. „Dann gehen die Partner auch aus sich heraus.“

Ein junger Spaziergänger etwa sei von der Pandemie besonders bedrückt gewesen. Die Geburtstagsfeier fiel aus, Treffen mit der Clique fielen aus. „Sich als Jugend nicht treffen zu können, ist besonders schlimm.“ Dazu die Sorge, eine Lehrstelle zu finden. „Jugend in Zeiten von Corona, das ist eine ganz schwere Zeit“, das hat Hinxlage so noch einmal ganz konkret gelernt.

 

Religiöses nicht die Grundidee

 

Mit älteren Spaziergängern sei er auch schon mal auf die Krise der Kirche gekommen; die seien oft besorgt, „wie sehr gerade die Positionen in der Kirche auf einander knallen“. Solche Themen lägen im Gespräch mit einem Diakon vielleicht nahe, sagt Hinxlage. Obwohl „kirchlich-religiöse Themen nicht die Grundidee der Spaziergänge“ seien. „Für mich sind Menschen allgemein immer interessant“, mit all ihren Geschichten, Sorgen und Fragen.

Günter Hinxlage ist von den Spaziergängen und den Gesprächen beeindruckt; deshalb will er sie trotz des Abflauens der Corona-Pandemie weiter anbieten. „Das bleibt den Sommer über in den Pfarrnachrichten stehen.“ Weil er glaube, auf Dauer auch so Menschen ansprechen zu können.

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