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Kirchenvertreter Jüsten ermutigt zu Handeln aus dem Glauben

Abgeordnete beten vor Konstituierung des Bundestags

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Vor der Konstituierung des neuen Bundestags haben viele Abgeordnete an einem ökumenischen Gottesdienst in Berlin teilgenommen. Einladende waren der Leiter des Katholischen Büros bei der Bundesregierung, Prälat Karl Jüsten, und der Bevollmächtigte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Prälat Martin Dutzmann. Der Gottesdienst fand in der evangelischen Marienkirche in Berlin-Mitte statt. Neben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem scheidenden Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble nahmen auch mehrere Bundesminister und viele bekanntere Abgeordnete teil.

Dutzmann forderte die Parlamentarier in seiner Predigt dazu auf, verantwortungsvoll mit ihrer Macht umzugehen. "Dass Abgeordnete Macht zu erlangen, zu erhalten, auszubauen und zu sichern versuchen, ist nicht nur legitim, sondern ihre Aufgabe", so Dutzmann. Dafür seien sie ins Parlament gewählt worden. Entscheidend sei, wie das geschehe. Abgeordnete sollten sich deshalb stets fragen, ob sie mit ihrer Macht transparent, sachdienlich und gewaltlos umgehen.

 

Dutzmann: Auch Politiker-Kräfte sind begrenzt

 

Er erinnerte auch an die Aufgaben, die vor dem neuen Bundestag liegen. So brauche das Land eine Transformation, "damit unser Planet bewohnbar bleibt". Die Gesellschaft müsse zusammengehalten werden und die Herausforderungen durch die Digitalisierung müssten bewältigt werden.

Dazu komme die hohe Arbeitsbelastung. Die Parlamentarier könnten aber immer wieder vor Gott treten und ihn um Einsicht und Kraft bitten. Denn, so der Bevollmächtigte, auch Politiker seien Menschen, deren "Kräfte begrenzt sind, die sich irren können und die der Stärkung, des Schutzes und der Hilfe bedürfen".

 

Jüsten: Wohlergehen liegt an uns 

 

Jüsten sagte zur Begrüßung, mit der neuen Wahlperiode verbänden alle die Hoffnung, dass "die vor uns liegenden Herausforderungen zum Wohle aller angegangen werden". Er fügte hinzu: "Es liegt an uns, in Staat, Kirche und Gesellschaft, in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, ja an jedem Ort in unserem Land zu säen und so zum guten Gedeihen unseres Landes beizutragen, dass Großes wachse, Wohlergehen und Frieden herrschen mögen."

Christen seien zum guten Handeln berufen und wollten am Reich Gottes mitbauen, "indem wir im Sinne des Evangeliums unser Land gestalten, Sicherheit erstreben, die Schöpfung bewahren, die Sorgen und Nöte der Menschen in unserem Land, in Europa, in der Einen Welt ernst nehmen, Gerechtigkeit bewirken, Entwicklung befördern und Bildungschancen mehren", sagte Jüsten.

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