Medien berichten von Appell an Papst Franziskus

Benedikt XVI. gegen Aufhebung der Zölibatspflicht

Benedikt XVI. spricht sich gegen eine Aufhebung der verpflichtenden Ehelosigkeit für Priester aus. Laut einem Bericht von „Zeit-Online“ hat er an Papst Franziskus appelliert, das Eheverbot für Priester nicht zu lockern. Die Ehe betreffe den Menschen in seiner Gesamtheit - genauso erfordere der Dienst im Namen des Herrn die totale Hingabe des Menschen, zitiert die französische Tageszeitung „Le Figaro“ (Montag) aus einem Buch, das der emeritierte Papst dem Bericht zufolge gemeinsam mit Kurienkardinal Robert Sarah verfasst hat. Es wird am Mittwoch im Verlag Fayard veröffentlicht.

Es erscheine nicht möglich, beiden Berufungen gleichzeitig gerecht zu werden, so Benedikt XVI. weiter. „Ich glaube dass der Zölibat eine große Bedeutung hat, da er auf einen möglichen irdischen Besitz und ein Leben im Kreis der Familie verzichtet.“ Laut „Zeit-Online“ warnt Benedikt XVI. in einem gemeinsam mit Sarah veröffentlichten Schlussteil davor, sich von „irregeleiteten Einwänden, theatralischem Gehabe, diabolischen Lügen und im Trend liegenden Fehlern“ einschüchtern zu lassen. Deren Ziel sei es, „den priesterlichen Zölibat niederzumachen.“

Brisante Äußerungen von Benedikt XVI.

Die Veröffentlichung des Buches fällt in eine Debatte über eine Lockerung der Zölibatsvorschrift in der katholischen Kirche. Entsprechende Forderungen hatten mehrere Bischöfe bei der Amazonas-Synode im Vatikan im vergangenen Oktober geäußert. Die Veröffentlichung des nachsynodalen Schreibens dazu von Papst Franziskus wird in Bälde erwartet.

Die Einlassungen von Benedikt XVI. sind auch deswegen bedeutsam, weil er 2013 bei seinem Rücktritt angekündigt hatte, künftig „für die Welt verborgen“ zu bleiben. Seither hat er sich dennoch mitunter öffentlich zu theologischen Fragen zu Wort gemeldet.

Opposition zu Papst Franziskus?

Kardinal Sarah betonte in dem Interview mit„Le Figaro“:„Man hat historische Lügen und theologische Annäherungen angehäuft. Man hat uns weismachen wollen, dass die Weihe von verheirateten Männern oder die Einrichtung von Weiheämtern für Frauen die Lösung für alle Übel sei.“ Doch dies halte er für falsch, betonte Sarah. „Die einzig mögliche Reform für die Kirche ist eine Rückkehr zur Radikalität des Evangeliums.“ Auch Ausnahmeregelungen für den Zölibat erteilte Sarah eine Absage. Eine Lockerung, selbst wenn sie sich auf eine bestimmte Region beschränke, bedeute „eine Verletzung, eine Wunde in der inneren Kohärenz des Priestertums“.

Auf die Frage, ob die Verfasser damit in Opposition zu Papst Franziskus gingen, antwortete der Kardinal: „Wir haben in einem Geist der Liebe zum Evangelium und zum Papst gehandelt.“ Und weiter: „Die Ideologie trennt, die Wahrheit eint die Herzen.“