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Happe begrüßt Arbeitshilfe der deutschen Bischöfe zur Sahelzone

Bischof von Mauretanien: Radikale Muslime gefährden auch Islam

Martin Happe, Bischof in Mauretanien, hat die Arbeitshilfe der Bischofskonferenz zur Situation bedrängter Christen in der Sahelzone begrüßt. Happe erklärte, das Vorgehen radikaler Muslime gefährde auch den traditionellen Islam.

Der Bischof von Nouakchott in Mauretanien, Martin Happe, hat die Deutsche Bischofskonferenz zu ihrer Arbeitshilfe zur Situation bedrängter Christen in der Sahelzone beglückwünscht. In einem Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ erklärte Happe, die deutschen Bischöfe seien „gut positioniert“, zu dieser delikaten Frage Stellung zu beziehen. Seit vielen Jahren stünden sie den Kirchen in der Sahel-Zone tatkräftig zur Seite.

Happe war 22 Jahre in der Missionsarbeit in Mali und 24 Jahre als Bischof in der islamischen Republik Mauretanien tätig. Er hat nach eigenen Worten regelmäßige Kontakte zu den Schwesterkirchen im Senegal und in Burkina Faso. Das Zusammenleben von Muslimen und Christen in diesen Ländern sei im Großen und Ganzen immer friedlich verlaufen. Die Blutsbande zwischen den Menschen aus den gleichen Volksgruppen seien stets stärker gewesen als die der Religionszugehörigkeit. „Aber das ist dabei, sich radikal zu ändern.“

Zusammenleben von Christen und Muslimen bedroht

Salafistische Strömungen und der Einfluss des von Saudi Arabien unterstützten wahhabitischen Islam bedrohten nicht nur das Zusammenleben von Christen und Muslimen. Gefährdet sei auch die Existenz des traditionellen, von spirituellen Bruderschaften geprägten Islam, „deren Vertreter um ihr Überleben fürchten“.

So habe Mauretanien beim Versuch der Eroberung des Nordens von Mali durch radikale islamische Strömungen vor einigen Jahren bis zu 150.000 Flüchtlinge aufgenommen, „alles Muslime, die vor Muslimen geflohen sind“, erklärte Happe. „Bis heute gibt es noch Camps malischer Flüchtlinge mit etwa 40.000 Insassen im Lande.“

Happe: Katholische Kirche hat guten Ruf in Mauretanien

Die Situation Mauretaniens unterscheide sich von den Nachbarländern dadurch, dass die gesamte Bevölkerung seit Jahrhunderten muslimisch sei. „Ich sage immer, hier ist man genauso selbstverständlich Muslim, wie man in meiner Kindheit im Münsterland Katholik war.“ Die kleine katholische Kirche bestehe zu hundert Prozent aus Ausländern, habe aber im Land einen sehr guten Ruf „und das Zusammenleben ist friedlich“.

Aber auch in Mauretanien gebe es eine Radikalisierung. Es bestehe genau wie im Tschad die Sorge, „dass Moscheen wahhabitischer Obedienz wie Pilze aus dem Boden sprießen“. Daher sei die Unterstützung der Kirchen aus Europa und speziell aus Deutschland so wichtig.

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