Serie: Auf Seelenpfaden durch den Sommer (1)

Durchs Bistum Münster nach Santiago de Compostela

Das Netz wird immer engmaschiger. Denn die Wege, auf denen sich die Jakobspilger in früheren Zeiten nach Santiago de Compostela aufmachten, werden seit einigen Jahren intensiv erforscht. Der Grund: Das Pilgern auf den historischen Pfaden erlebt eine Renaissance. Die Strecken mit dem berühmten Wallfahrtsort im Nordwesten Spaniens als Ziel werden deshalb rekonstruiert und für den heutigen Gebrauch beschildert.

Wer aufbricht, tut dies heute nicht immer aus religiösen Gründen. Sportlicher Ansporn, Abenteuerlust oder auch kulturelles Interesse spielen eine immer wichtigere Rolle. Zudem brechen die Pilger nicht mehr allein zu Fuß, sondern häufig auch auf dem Rad auf.

Vier Wege durchs Bistum

Viele kleine Zubringerwege führen zu den großen Pilgerrouten nach Spanien. Auch im Bistum Münster gibt es einige Strecken, die historisch belegt sind. Vier davon haben mittlerweile die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe untersucht, kartiert und ausgeschildert.

Zwischen Rhein und Maas gibt es Stationen in Kranenburg, Goch, Kevelaer und Straelen. Etwas weiter östlich verläuft eine Strecke mit Haltepunkten in Kleve, Xanten und Rheinberg.

Für jedes Leistungsniveau die passende Herausforderung

Ein westfälischer Pilgerweg durchzieht das Bistum von Nord nach Süd. Die Etappen von Osnabrück nach Wuppertal-Beyenburg schließen die Route zwischen dem baltischen Weg und den weiteren Strecken nach Köln. Insgesamt verläuft dieser Weg etwa 200 Kilometer durch das Bistum. Ein weiterer Jakobsweg führt von Bielefeld nach Wesel und durchläuft das Bistum von Ost nach West. Auch er ist etwa 200 Kilometer lang.

Die Wege sind per Rad oder zu Fuß zu bewältigen. Etappenpläne ermöglichen für jedes Leistungsniveau die passende Herausforderung. Die Landschaftsverbände bieten Pilgerführer mit Karten, Kulturtipps und Unterkunftsmöglichkeiten an. Das Material liegt als Buch und als digitaler Reiseführer auf dem Handy vor.