Gemeinschaftswerk von Künstler René Blättermann, Studierenden und Klinik-Seelsorgenden

Farbstarke Glaskunst in Kapelle auf Tita-Cory-Campus in Münster

  • Nicht nur die Farben sind besonders im bunten Fenster der neuen Kapelle des neuen Tita-Cory-Campus in Münster.
  • Darin sind auch Assoziationen von Studierenden, Klinikseelsorgenden und Künstler eingebracht.
  • Die Zeichen eines eigenen Alphabets beziehen sich auf eine Mose-Geschichte des Alten Testaments.

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Es sind kräftige Farben, die im Kontrast stehen zu den eher kahlen Wänden in Betonoptik. Die 25 Fensterlamellen in der neuen Kapelle des Tita-Cory-Campus in Münster sind in dem sakralen Raum ein echter Blickfang. Sie tragen die Handschrift von René Blättermann, der auch das Glaskunstwerk auf der Gleittür in Münsters Lamberti-Kirche gestaltet hat. Die Glasstruktur und -gestaltung spiegeln den Auszug aus Ägypten und die Rettung des Volkes Israels wider. Jede Lamelle hat Blättermann mit Wortzitaten aus dem Buch Exodus versehen.

Die Auswahl der Wörter, dargestellt in Schriftzeichen, ist eine Gemeinschaftsarbeit des Künstlers mit der katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG) und der Klinikseelsorge am Universitätsklinikum (UKM).Das neue Fenster der Campuskapelle wurde in den Derix-Glasstudios in Taunusstein gefertigt.

Die Erfahrung von Mose

„Die Glaslamellen sind wie die Seiten eines geöffneten Buches ausgerichtet“, erklärt Blättermann den Bezug zum universitären Umfeld. „Der Perspektivwechsel ist das Motto für die Kapelle samt Fenster“, erklärt Klinikseelsorger Leo Wittenbecher. Leitend für die Gestaltung ist die biblische Erzählung, in der Mose die Schafe seines Schwiegervaters weidet und eines Tages über die Steppe hinauszieht. „Er betritt Neuland“, sagt der Klinikseelsorger. Das ermögliche ihm im weiteren Verlauf eine existenzielle Erfahrung mit Gott. Diese Ermutigung solle auch von der Kapelle ausgehen.

Das neue Fenster ist in Lamellenform gestaltet. „Die Öffnungen zwischen den einzelnen Lamellen können auch als Einladung verstanden werden, über den Tellerrand hinauszuschauen“, sagt Lena Hox, Pastoralreferentin in der KSHG. Je nach Standort in der Kapelle verändert sich die Perspektive: „Mal kann man durch die Lamellen in den Himmel schauen, mal erzeugt das Sonnenlicht durch die bunten Fenster ein ganz anderes Bild“, beschreibt sie.

Ein eigenes Alphabet

„Klinikseelsorge, Studierende und der Künstler haben Assoziationen zu der Mose-Erzählung gesammelt", berichtet Wittenbecher: Zuflucht, Begegnung, „Hier-bin-ich“ und Wüste beispielsweise. „Diese Begriffe kommen in Schriftzeichen auf den Lamellen vor.“

Der Künstler übersetzte die Wörter in Schriftzeichen aus einem Alphabet, das Ursprung für die meisten heute verwendeten Alphabete sei. „Durch die sogenannten protosinaitischen Schriftzeichen entsteht eine Verbindung zwischen den Schwesterreligionen Judentum, Christentum und Islam. Außerdem zeigen sie eine moderne Anmutung und passen gut zur ästhetisch-minimalistischen Architektur der Kapelle“, erklärt Blättermann.

Die genaue Erklärung des Glaskunstwerks und der einzelnen Schriftzeichen wird im Internet veröffentlicht werden und per QR-Code aus der Kapelle heraus abrufbar sein. Die Kapelle ist täglich für Besucherinnen und Besucher geöffnet, montags bis freitags 7 bis 19 Uhr, samstags, sonntags und feiertags 9 bis 19 Uhr.

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