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Hilfswerk Misereor fordert sichere Zugänge nach Europa

Flüchtlingshilfe: Katholische Kirche gibt in 2020 mehr Geld aus

  • Katholische Kirche gibt 2020 mehr Geld für die Flüchtlingshilfe aus.
  • Die kirchliche Flüchtlingshilfe habe mindestens 154.000 Schutzsuchende erreicht.
  • Das Hilfswerk Miseror fordert sichere Zugänge nach Europa.
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Die katholische Kirche in Deutschland hat im vergangenen Jahr mehr Geld für die Flüchtlingshilfe ausgegeben. Die 27 Diözesen, die Militärseelsorge und die kirchlichen Hilfswerke hätten im Jahr 2020 rund 123,9 Millionen Euro für die Flüchtlingshilfe bereitgestellt, teilte die Deutsche Bischofskonferenz am Donnerstag in Bonn mit. Darunter fielen 37,8 Millionen Euro für die Unterstützung der Flüchtlingshilfe im Inland und 86,1 Millionen für die Unterstützung im Ausland. Im Jahr 2019 betrug die Gesamtsumme für die Flüchtlingshilfe noch 116,1 Millionen Euro.

Die kirchliche Flüchtlingshilfe habe im Jahr 2020 mindestens 154.000 Schutzsuchende erreicht, hieß es weiter. 1,3 Millionen Euro gaben die Bistümer den Angaben zufolge für die Unterstützung von Familienzusammenführungen aus. "In der Corona-Krise wurden die Zugangswege nach Deutschland und Europa stark eingeschränkt", sagte der kommissarische Vorsitzende der Migrationskommission der Bischofskonferenz, Weihbischof Dominicus Meier (Paderborn). Die Aufnahme von besonders verletzlichen Flüchtlingen über internationale Programme finde kaum noch statt. Und auch das Recht auf Familienzusammenführung werde durch die Pandemie arg in Mitleidenschaft gezogen. "Es ist ein Gebot der Stunde, rasch wieder sichere Zugangswege zu eröffnen", forderte Meier.

Misereor fordert mehr legale Zugänge nach Europa

Auch der Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, Martin Bröckelmann-Simon, forderte anlässlich des Weltflüchtlingstags am Sonntag mehr legale Zugänge nach Europa. Die europäischen Regierungen müssten zusätzliche kontinuierliche und sichere Zugänge nach Europa schaffen, etwa in einer Allianz der humanitären Aufnahme mit mehr Kontingentplätzen, wie sie auch die US-amerikanische Regierung plane, und Botschaftsverfahren vor Ort, die schon im Herkunftsland eine Entscheidung zum Schutzstatus Betroffener träfen, sagte er laut Mitteilung von Misereor.

"Fluchtrouten haben sich verändert und sind gefährlicher geworden, Landesgrenzen sind geschlossen. Menschen, die Umwege und hunderte Kilometer über den Atlantik zurücklegen, kommen auf den Kanarischen Inseln an. Es spielen sich menschliche Dramen ab, die Zahl der Toten steigt im Vorjahresvergleich", beklagte er.

UN: Mehr als 82 Millionen Menschen auf der Flucht
Immer mehr Menschen sind laut Vereinten Nationen (UN) auf der Flucht vor Unterdrückung, Menschenrechtsverletzungen, Gewalt und Krieg. Ihre Zahl habe 2020 mit fast 82,4 Millionen einen neuen Höchststand erreicht, erklärte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf.
Zum Jahresende 2019 waren die Vereinten Nationen von rund 79,5 Millionen Männern, Frauen und Kindern auf der Flucht ausgegangen. Hinter den Zahlen stünden immer Menschen und ihr Leid, betonte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, anlässlich des Weltflüchtlingstages am kommenden Sonntag, 20. Juni. Er rief die Länder auf, an den Fluchtursachen anzusetzen und etwa die vielen bewaffneten Konflikte zu befrieden. (epd)

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