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Gemeinsame Andacht in Recklinghausen

Geburt Jesu in Bibel und Koran: Christen und Muslime feiern vor Krippe

  • Evangelische und katholische Christen haben zusammen mit Muslimen in Recklinghausen eine Krippenandacht gestaltet.
  • Der Koran kennt die Geschichte von der Geburt Jesu.
  • Die gemeinsame Krippenfeier soll nach Ansicht von Pfarrer Bernhard Lübbering den Dialog der Religionen fördern.
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Was in der Kirche St. Franziskus in Recklinghausen-Stuckenbusch am vergangenen Wochenende stattgefunden hat, dürfte es wohl weit und breit nicht gegeben haben: Vor der großen Krippenlandschaft wurden die Geschichten der Geburt Jesu nach dem Lukas-Evangelium und dem Koran vorgetragen. Die christlich-islamische Arbeitsgemeinschaft in Recklinghausen hatte dazu eingeladen.

Der evangelische Pfarrer Jürgen Schark trug den Abschnitt aus dem Lukas-Evangelium vor und der Hodscha Yilmaz Urhan von der Kuba-Moschee in Recklinghausen sang in Arabisch die entsprechenden Verse aus Sure 19 des Koran. Zaid Hayriye Alkhahali übersetzte sie ins Deutsche.

Jesus im Koran

Jesus, der im Islam als der letzte Prophet vor dem Auftreten von Mohammed gilt, wird im Koran mehrfach als „der Sohn der Maria“ bezeichnet. Dass Jesus, die zentrale Gestalt des Christentums, in 15 der 114 Koran-Suren erwähnt wird, als Isa, wie Jesus arabisch heißt, oder als Ibn Maryam („Sohn der Maria“), wird viele überraschen.

Umrahmt wurde die Andacht durch bekannte christliche Weihnachtslieder, die Claudia Kock und Sonja Heisterkamp vortrugen. Zum Schluss wurde das Gebet der Vereinten Nationen gesprochen und das israelische Lied „Hevnu schalo alechem“ auch auf Deutsch und Türkisch gesungen.

Dialog der Religionen

Der katholische Pfarrer Bernhard Lübbering sprach am Ende den Wunsch aus, dass die Erfahrung dieser gemeinsamen Krippenfeier in gegenseitigem Respekt und achtvoller Wertschätzung den Frieden in der ganzen Welt bestimmen möge.

Lübbering engagiert sich seit vielen Jahren für den Dialog der Religionen. An der Kirche St. Franziskus hat er zusammen mit Vertretern der Kirchen und Religionen einen „Garten der Weltreligionen“ geschaffen.

Gegenseitige Wertschätzung

Über diesen Ort des religiösen Dialogs sagte Lübbering einmal: „Der Garten möchte auf die verschiedenen Religionen aufmerksam machen, die seit Jahrtausenden versuchen, auf die grundlegenden Fragen der Menschen Antworten zu geben. Es geht darum, gegenseitige Wertschätzung in unsere Welt zu bringen.“

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