Neuntklässler und Mika Springwald gestalten die Krippe

Gesprayte Krippe am St.-Pius-Gymnasium Coesfeld

  • Neuntklässler haben gemeinsam mit dem Künstler Mika Springwald eine Krippe für ein Gymnasium in Coesfeld gesprayt.
  • Klimawandel und Umweltverschmutzung sind wichtige Themen.
  • Das Kind in der Krippe ist als Superman gestaltet.
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Der Boden ist mit Malervlies abgeklebt. Die Schülerinnen und Schüler tragen Masken, Schutzbrillen und Handschuhe, einige auch weiße Overalls. Der Geruch von Farbe liegt in der Luft. Und das, obwohl die Neuntklässler auf dem Schulhof des St.-Pius-Gymnasiums Coesfeld aktiv sind. Die 31 Jugendlichen bauen für die Schulgemeinschaft eine Krippe. In den vergangenen Wochen haben sie gemeinsam mit Religionslehrerin Laura Jäger und Schulseelsorgerin Melanie Kolm überlegt, wie diese aussehen könnte. Fachliche Unterstützung bei der Umsetzung erhalten sie von Mika Springwald. Denn die Krippe wird gesprayt.

Mit dieser Technik kennt sich der 49-Jährige aus. Der Street-Art-Künstler arbeitet als Sozialarbeiter beim Caritasverband Osnabrück und hat neben zahlreichen Aktionen auch bereits zweimal den bekannten Ökumenischen Jugendkreuzweg gestaltet. „Es ist schön, auch mal etwas Weihnachtliches zu machen“, sagt der gebürtige Finne.

An diesem Tag weist er die Schülerinnen und Schüler in die Kunst des Sprayens ein. Und das ist nicht so einfach wie es auf den ersten Blick scheint, merken einige. Schnell ist zu viel Farbe auf dem Untergrund oder dorthin gekommen, wo sie nicht sein sollte. Doch Springwald tröstet die Anfänger: „Wenn etwas nichts geworden ist, sprüht ihr es einfach über und beginnt neu.“

Krippe steht in keiner heilen Welt

Am Ende des Projekttages war die Klasse 9a des St.-Pius-Gymnasiums stolz auf ihre gesprayte Krippe, die sie mit Schulseelsorgerin Dr. Melanie Kolm und Religionslehrerin Laura Jäger (von rechts) konzipiert und mit Street-Art-Künstler Mika Springwald (vorn kniend) umgesetzt haben. | Foto: Michaela Kiepe (pbm)
Die Klasse 9a des St.-Pius-Gymnasiums mit Schulseelsorgerin Melanie Kolm und Religionslehrerin Laura Jäger (von rechts) und mit Street-Art-Künstler Mika Springwald (vorn kniend). | Foto: Michaela Kiepe (pbm)

Für die Krippe am St.-Pius-Gymnasium hat er unterschiedliche Silhouetten und Schablonen, so genannte Stencils, mit nach Coesfeld gebracht. „Wir sind froh, dass wir die Aktion überhaupt durchführen können. Wir haben eigens ein Hygienekonzept entwickelt, an das sich die Schülerinnen und Schüler gut halten“, sagt Kolm.

Auch Jäger freut sich, dass nun umgesetzt werden kann, was die Jugendlichen erarbeitet haben. „Wir haben uns gefragt, durch welche Welt Maria und Josef heute gehen. Es ist keine heile Welt. Schnell waren wir bei den Themen Klimawandel und Umweltverschmutzung“, berichtet sie von den Diskussionen im Unterricht.

Der Hambacher Forst als Stall

So wird aus dem Stall der Hambacher Forst, und selbst eine Tonne mit radioaktivem Material findet ihren Platz. Die Neuntklässler wollen mit ihrer Darstellung den Menschen die Augen öffnen. Aber sie wollen auch zeigen, dass es Hoffnung gibt. „Die Hoffnung ist Jesus, der in diese Welt kommt. So haben die Jugendlichen beispielsweise das Kind in der Krippe als Superman gestaltet“, erklärt Kolm.

Die Kulisse, in dem der Stall steht, greift das Thema Umwelt ebenfalls auf. Brennende Wälder und Lichtverschmutzung sind zu erkennen. Aber auch ein bisschen heile Welt, wenn der Mond auf eine grüne Wiese scheint.

„Gesprayte Kunst immer auch sozialkritisch“

„Gesprayte Kunst ist für mich schön, aber immer auch sozialkritisch. Es muss etwas rüberkommen“, sagt Springwald. Das bestätigen die Schülerinnen und Schüler. Sie wollen mit ihrer Krippe, in der die Tiere natürlich nicht fehlen dürfen und der Wolf mit Lamm zusammenliegt, nicht nur mahnen, sondern Weihnachten auch als schönes Fest der Hoffnung darstellen.

Es ist eine herausfordernde Krippe geworden, die durch ihre Art, ihr Thema und die Kraft der Schülerinnen und Schüler entstanden ist. Sie erhält ihren Platz in der Schule. Allerdings in der Adventszeit noch mit einer schwangeren Maria, denn erst an Weihnachten kommt das Kind in die Krippe.

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