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Festgottesdienst am 23. Juni im Xantener Dom

Streetart für Karl Leisner: Firmlinge gedenken des Seligen mit Sprühaktion

  • Das Bistum Münster und der Internationale Karl-Leisner-Kreis erinnern am 23. Juni 2021 mit einem Festgottesdienst in Xanten an die Seligsprechung von Karl Leisner vor 25 Jahren.
  • Firmlinge haben zusammen mit dem Streetart-Künstler Mika Springwald auf 50 alten Fußbodenplatten des Xantener Doms das Porträt von Karl Leisner gesprüht.
  • Der Liedermacher Gregor Linßen aus Neuss wird im Festgottesdienst ein Predigtlied über den Seligen uraufführen.
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Vier Firmlinge der Pfarrei St. Viktor in Xanten haben unter Anleitung des Streetart-Künstlers Mika Springwald 50 alte Fußbodenplatten des Xantener Doms mit dem Bild des seligen Karl Leisner besprüht. Weitere 20 Platten haben sie mit einer Ansicht der Türme des Xantener Doms versehen.

Die Sprühaktion bildete den Auftakt des Jubiläumsjahres anlässlich des Gedenkens der Seligsprechung von Karl Leisner vor 25 Jahren am 23. Juni 1996 im Berliner Olympiastadion durch Papst Johannes Paul II.. In Xanten werden am Mittwoch, 23. Juni 2021, um 19 Uhr das Bistum Münster und der Internationale Karl-Leisner-Kreis mit einem Festgottesdienst an das kirchliche Ereignis erinnern.

Neues Predigtlied über den seligen Karl Leisner

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Im Gottesdienst mit Weihbischof Rolf Lohmann wird der Komponist für Neues Geistliches Lied und Liedermacher Gregor Linßen aus Neuss ein Karl-Leisner-Lied uraufführen. Mit seiner Band AMI wird er beim Festgottesdienst das Predigtlied vorstellen und über das Internet verbreiten.

„Wir freuen uns über das Engagement der Jugendlichen, das Porträt des Seligen sichtbar zu machen. So holen wir Karl Leisner in unsere Zeit. Er wirkt jung“, sagt Monika Kaiser-Haas aus Münster. Die Nichte des Seligen engagiert sich im Internationalen Karl-Leisner-Kreis und unterstützt die moderne Form der Erinnerung an die Seligsprechung. Kaiser-Haas hat selbst bei der Sprühaktion zwei Platten mit Farbe versehen. Die Steine können für eine guten Zweck erworben werden.

Vorbild für die Jugend

Mika Springwald, der als Sozialarbeiter beim Caritasverband in Osnabrück arbeitet, brachte neben den von ihm angefertigten Schablonen zwei große Koffer mit Farben mit, einen mit bunten Sprühfarben und einen mit Grautönen und schwarzer Sprühfarbe. Er erläuterte die Reihenfolge in der Nutzung der Schablonen, der Farbtöne, die Handhabung der Sprühdose und die Dosierung der Sprühfarbe.

Für den Künstler, der im kirchlichen Raum schon mehrere Kunstwerke wie einen Jugendkreuzweg schuf, kann Karl Leisner ein Vorbild für die Jugend sein: „Glaubenszeugen sind wichtig, da wir Vorbilder brauchen, an denen Jugendliche und wir Älteren uns orientieren können. In unterschiedlichen Lebenslagen brauchen wir Orientierung, um besser unseren individuellen Weg gehen zu können“, sagt der 50-jährige Mika Springwald.

Radikales Lebensmodell

Dass einige Porträt-Bilder farbig im Stil von Andy Warhol ausgefallen sind, passt für den Künstler gut zum Leben des Seligen, der nach mehrjähriger KZ-Haft in Dachau nach Kriegsende am 12. August 1945 an den Folgen der Inhaftierung starb: „Karl Leisner hat Farbe bekannt. Er hat ein Lebensmodell gewählt, das radikal war. Auch wir brauchen radikale Lösungen im Leben.“

Leisner, der 1915 in Rees geboren wurde und in Kleve aufwuchs, wurde 1939 nach einer Kritik an Adolf Hitler von der Gestapo verhaftet und kam 1940 ins KZ Dachau. Dort empfing er am 17. Dezember 1944 von dem ebenfalls inhaftierten Bischof Gabriel Piguet die Priesterweihe. Leisners Grab befindet sich in der Krypta des Xantener Doms.

Großporträt am Xantener Dom

Leitmotiv der Gedenkfeier in Xanten ist Karl Leisners Tagebucheintrag vom 7. April 1933: „Aber äußerer Zwang kann nicht Geist zerschlagen.“ Schon früh habe Leisner das unmenschliche und kirchenfeindliche Wesen des Nationalsozialismus erkannt, sagt Monika Kaiser-Haas: „Sein tief verwurzelter Glaube brachte ihn in Konflikt mit dem NS-Regime.“

Für den Internationalen Karl-Leisner-Kreis schuf Springwald ein Großportrait von Karl Leisner, das als Banner vom 23. Juni bis zum dritten Adventssonntag am Michaelstor des Xantener Doms betrachtet werden kann.

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