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Mehr als 1.000 Stoffstücke, mehr als 80 Meter Länge

Größter Martinsmantel der Welt entsteht für den Katholikentag

  • Drei Meter breit und etwa 80 Meter lang wird der Martinsmantel sein, der beim Deutschen Katholikentag in Stuttgart am Himmelfahrtstag, 26. Mai, erstmals präsentiert wird.
  • Die Fläche von 240 Quadratmetern besteht aus mehr als 1.000 Stoffstücken.
  • Am Ende des Katholikentags soll der Mantel dann geteilt werden.
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Drei Meter breit und etwa 80 Meter lang wird der Martinsmantel sein, der beim Deutschen Katholikentag in Stuttgart im Gottesdienst am Himmelfahrtstag, 26. Mai, erstmals präsentiert wird. Die Fläche von 240 Quadratmetern bestehe aus mehr als 1.000 Stoffstücken, sagt Prälat Klaus Krämer, Beauftragter für den Katholikentag im Bistum Rottenburg-Stuttgart.

Seit Herbst 2021 gestalten Schülerinnen und Schüler und weitere Kinder- und Jugendgruppen in der ganzen Diözese rote Stoffteile. Diese werden von der Lederschmiede, einem Sozialunternehmen der Stuttgarter Caritas, bis zum Katholikentag zu einem riesigen Mantel zusammengenäht.

Beitrag zum Leitwort

Der Martinsmantel soll ein Beitrag sein zum Leitwort des Katholikentages "leben teilen", sagt Krämer. Zugleich sei Martin der Patron des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Rund 290 verschiedene Gruppen seien bei der Aktion beteiligt, darunter auch Partner der Diözese, die in Österreich und Ungarn entlang des Europäischen Martinusweges ihre Kirchengemeinden haben.

Am Himmelfahrtstag werde der Mantel, der sicherlich in seiner Größe ein Weltrekord sei, entfaltet. Am Ende des Abschlussgottesdienstes beim Katholikentag am Sonntag, 29. Mai, werde er dann geteilt und an viele verschiedene Orte als Erinnerung an den Katholikentag gegeben. "Wie es sich für einen Martinsmantel gehört", erklärt Krämer.

Nähmaschinen rattern seit Wochen

Die Nähmaschine rattert derweil ununterbrochen in der Lederschmiede Stuttgart, viele Bahnen des roten Stoffes sind bereits genäht. "Es ist unfassbar schön, was da zusammengekommen ist", sagt Petra Reinhold-Sauber von der Lederschmiede.

Seit November 2021 haben rund zehn Mitarbeitende immer wieder mit dem Mantel zu tun: Erst wurden die gestalteten Stücke katalogisiert und fotografiert, seit etwa drei Wochen sitzen einige Frauen und Männer nun an der Nähmaschine, um die Stoffteile in lange Bahnen zusammenzunähen, die dann letztendlich zusammengefügt zum überdimensionalen Martinsmantel werden.

Schülerinnen und Schüler gestalten Stoffstücke

Eine Frau, die sich als "Constantina" vorstellt, sitzt an der Nähmaschine in der Werkstatt. Sie staune selbst, wie unterschiedlich die Teile seien, die sie zusammennäht, sagt sie. Auf manchen sind Perlen und Knöpfe zu sehen, auf einem Stück Stoff prangt ein Brotlaib.

"Das haben wir gemalt", ruft die Viertklässlerin Anna begeistert und deutet auf das gezeichnete Brot. Die Schülerin der Schönbuchschule in Stuttgart war mit ihrer Religionsklasse bei der Aktion beteiligt. Sie wollte mit ihrem Brot zeigen, dass es wichtig ist, Lebensmittel mit allen zu teilen, sagt das Mädchen. Ihre Mitschülerin Leticia malt eine Taube: "Ich wünsche mir, dass Frieden geteilt wird, damit keine Menschen getötet werden."

Der Stoff war mal für Corona-Masken vorgesehen

Auch der rote Stoff für den Mantel hat seine eigene Geschichte: Er wurde von einem Textilunternehmen gespendet und war eigentlich für Corona-Stoffmasken gedacht. Dann aber kam die OP- und FFP2-Maskenpflicht und der Stoff wurde nicht mehr gebraucht.

Der 102. Deutsche Katholikentag findet vom 25. bis 29. Mai in Stuttgart statt. Zu ihm werden rund 30.000 Besucher erwartet.

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