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Hilfswerke loben Spendenbereitschaft

Deutsche spenden Millionen trotz Corona

  • Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist trotz der anhaltenden Pandemie auch in diesem Jahr ungebrochen.
  • So nannte die Caritas die gleichbleibende Spendenbereitschaft "bemerkenswert", da zuletzt coronabedingt Straßensammlungen und Kollekten in den Gottesdiensten geringer ausgefallen seien.
  • Höhe und Masse von Zuwendungen seien immer auch sehr stark von aktuellen Ereignissen wie etwa Katastrophen abhängig.
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Die Spendenbereitschaft der Deutschen ist trotz der anhaltenden Pandemie auch in diesem Jahr ungebrochen. Die Einnahmen der großen Hilfsorganisationen liegen mindestens auf Vorjahresniveau oder sogar darüber, wie eine Umfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter karitativen Vereinigungen zeigt. Demnach spenden die Deutschen häufiger oder auch größere Summen, obwohl die Sammlungen auf Straßen und in Kirchen durch die Pandemie massiv erschwert sind.

So nannte die Caritas die gleichbleibende Spendenbereitschaft "bemerkenswert", da zuletzt coronabedingt Straßensammlungen und Kollekten in den Gottesdiensten geringer ausgefallen seien. Unterm Strich aber hätten viele Caritas-Organisationen das durch Online-Spenden wettmachen können, so der katholische Wohlfahrtsverband. Das Spendenaufkommen für die Projekte von Caritas international im Ausland dürfte einen ähnlichen Wert wie 2020 (36,7 Millionen Euro) erreichen, so Schätzungen des Deutschen Caritasverbandes laut RND.

Wegfall durch fehlende Gottesdienstbesucher

Das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hofft unterdessen noch trotz der Corona-Einschränkungen auf einen guten Abschluss seiner aktuellen Weihnachtsaktion. Diese endet traditionell mit der Kollekte in allen Weihnachtsgottesdiensten. "Wir hoffen, dass diejenigen, die bisher für Adveniat gespendet haben, auch andere Wege finden und wahrnehmen. Wir möchten unseren Spendentüten Beine machen, sage ich immer", erklärte Hauptgeschäftsführer Martin Maier im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Man könne im Internet oder in den Pfarreien spenden.

Das Hilfswerk der evangelischen Kirche "Brot für die Welt" zeigte sich laut RND dankbar, dass die Spenden auf Vorjahreshöhe liegen. Allerdings blicke man "mit Sorge" auf die Kollekten in den Weihnachtsgottesdiensten, da aufgrund der Pandemie weniger Menschen kommen werden. Unter anderem durch direkte Spenden habe das Hilfswerk im vergangenen Jahr 76,8 Millionen Euro eingenommen.

Unicef: Weltweite Hilfe liegt über dem Vorjahr

Laut dem Kinderhilfswerk Unicef liegen die Spenden für die weltweite Hilfe sogar über dem Vorjahr. "Die Bundesbürger haben trotz eigener Sorgen und Belastungen in der Corona-Pandemie zusammengehalten und große Solidarität bewiesen", so die Sprecherin von Unicef Deutschland, Christine Kahmann, gegenüber dem RND. Die deutsche Sektion des Hilfswerks habe im vergangenen Jahr Einnahmen von 138,3 Millionen Euro erzielt.

Nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes zeichnet sich für 2021 sogar ein deutlich höheres Spendenaufkommen als im Vorjahr mit 57 Millionen Euro ab. Höhe und Masse von Zuwendungen seien immer auch sehr stark von aktuellen Ereignissen wie etwa Katastrophen abhängig. In diesem Jahr gingen demnach sehr viele Spenden für die Betroffenen der Flutkatastrophe im Sommer in Teilen Deutschlands ein.

Auch die Welthungerhilfe beobachtet nach eigenen Angaben seit Beginn der Pandemie eine "deutlich höhere Spendenbereitschaft". 2020 betrugen die Spendeneinnahmen demnach 69,6 Millionen Euro. Die Organisation Ärzte ohne Grenzen erklärte, der medizinisch-humanitäre Bedarf weltweit sei weiterhin sehr hoch, das aktuelle Spendenaufkommen bisher gut. Nach eigenen Angaben erzielte das Hilfswerk 2020 rund 216,6 Millionen Euro an privaten Spenden und Zuwendungen.

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