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Gemeinde fährt für Gottesdienste und Trauerfeiern zu Gemeindemitgliedern

In Holthausen passt die Kirche auf einen Anhänger

Zwar war die Kirche in der Gemeinde Heilige Brüder Ewaldi Laer schon vorher unterwegs, aber seit Corona so richtig: Auf einem Anhänger werden die Stühle, der „Altar“ und das Klavier zu den Leuten transportiert.

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In der Gemeinde Heilige Brüder Ewaldi ist man erfinderisch. „Kirche auf dem Weg“ lautete hier das Thema des Pastoralplans, schon vor Corona: „Im Mai mussten wir überlegen: Wie kriegen wir das mit den Gottesdiensten wieder hin?“ berichtet Andreas Ullrich, Leitender Pfarrer in Laer, Holthausen und Beerlage.

Ein Mitglied des Kirchenvorstands besaß ausreichend Mobiliar, um Parties auszurichten, „200 Stühle und zwei Biertische und unser Klavier haben wir auf einen Anhänger gepackt und los ging es.“

„Der Trend geht zur Open-Air-Messe“

Samstags abends wird der Anhänger von einem Team aus Laer oder aus Holthausen am Pfarrhaus abgeholt und am jeweiligen Gottesdienstort aufgebaut. „Das regeln die Teams ehrenamtlich über ihre Smartphones, da bin ich gar nicht involviert“, berichtet Pfarrer Ullrich. Der Küster bringt dann  die Mikrofonanlage und die Liturgiegefäße mit.

In die Hände spielt der Gemeinde die ländliche Lage. Oft fänden sich Höfe, die genug Platz böten, in der Scheune oder auf einer Wiese: „Der Trend geht Corona-bedingt und auch wegen des guten Wetters zur Open-Air-Messe“, sagt Pfarrer Ullrich. Die finde dann auch mal neben der Kirche in Holthausen oder auf der Fläche vor der Fünf-Wunden-Kapelle in Altenburg statt.

Mit mobiler Kirche zur Trauerfeier zuhause

Der Gemeinde kam zugute, dass die „Kirche unterwegs“ schon 2019 geübt werden konnte: „In Holthausen musste unsere Kirche für eine Renovierung geschlossen werden, von daher waren ähnliche Überlegungen schon da.“

Gute Erfahrung hat der Pfarrer auch mit Trauerfeiern am Wohnort der Verstorbenen gemacht. „In einem Fall war die Großmutter mit über 90 verstorben, dann wurde dort auf dem Hof gefeiert. Alle hatten genug Platz und konnten Abstand halten.“ Die Kirche auf dem Anhänger wurde dann zu einer weiteren Familie gefahren, die eine Angehörige verloren hatte: „Die Familien konnten sich so gegenseitig trösten, da sie beide in einer ähnlichen Situation waren. Solche Begegnungen hält Kirche unter den Menschen lebendig“, sagt Pfarrer Ullrich.

Pfarrer: So treffe ich Menschen, die sonst nicht zur Kirche kommen

Das der Altar der mobilen Kirche ein Biertisch ist, bedeckt mit einem sauberen Tischtuch, ist für Ullrich kein Problem. „Wichtig ist doch, dass Kirche zu den Menschen geht. Theologisch gesprochen ist Kirche da, wo die Menschen sind.“ Über den Anhänger hätten sich die Menschen ihre Kirche wieder zu Eigen gemacht. So packten viele junge Familienväter beim Aufbau an, „und ich treffe Leute, die sonst so nicht in die Kirche kommen.“

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