Delegiertentag: Mitarbeit im Verband und bei AfD unvereinbar

KAB im Oldenburger Land grenzt sich von AfD ab

Der Landesverband Oldenburg der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) hat sich deutlich von der rechtspopulistischen AfD abgegrenzt. Der Landesdelegiertentag beschloss mit großer Mehrheit in Damme, eine Mitgliedschaft in KAB und in der AfD sei „unvereinbar“. Das teilte der Landesvorsitzende der KAB, Karl-Heinz Böckmann aus Lohne, mit.

Der Einzug der AfD in den Bundestag und in viele Länderparlamente erfülle die KAB mit Sorge, sagte Böckmann weiter. Die KAB verurteile das Auftreten von AfD-Politikern, „die gegen Flüchtlinge oder ausländische Mitbürger hetzen oder Holocaust-Gedenkstätten verunglimpfen“.

Die Schmerzgrenze sinkt

Wenn „provokante Phrasen“ auf Protest stießen, würden sie zwar gelegentlich „halbherzig“ zurückgenommen. Doch sehe die KAB dort die Gefahr, dass „rechtspopulistisches und rassistisches Gedankengut“ in der politischen Auseinandersetzung grundlegende Werte gefährden, betonte Böckmann.

Böckmann befürchtet, dass „die Schmerzgrenze“ für solche öffentlichen Äußerungen verschoben werde. Damit bereite die AfD den Nährboden für rechtsextreme Gesinnungen. Dagegen müssten Bürger und Verband „entschieden auftreten“, sagte Böckmann.

Keine Bühne für die AfD

Zugleich bestätigten die Delegierten die Linie ihres Verbandes, zu öffentlichen Veranstaltungen die AfD nicht einzuladen. „Wir wollen der AfD keine Bühne für ihre Auftritte bieten“, sagte Landesvorsitzender Karl-Heinz Böckmann in Damme. Die KAB hat im Oldenburger Land nach eigenen Angaben 2.000 Mitglieder.

Der religionspolitische Sprecher der AfD, Volker Münz, wurde offiziell auf den Katholikentag im Münster vom 9. bis 13. Mai eingeladen. Diese Entscheidung der Leitung des Katholikentages ist umstritten.