Laut Studie sind schulische Leistungen in Deutschland gesunken

Katholische Eltern: Pisa-Studie muss Weckruf für Bildungsreform sein

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Die Katholische Elternschaft Deutschlands fordert umfassende Reformen angesichts der deutschen Ergebnisse der neuen Pisa-Studie - und hat konkrete Ideen.

Als dringenden Weckruf für umfassende Reformen im Bildungssystem wertet die Katholische Elternschaft Deutschlands (KED) die neue Pisa-Studie. „Der dramatische Zustand unseres Bildungssystems reiht sich ein in die Liste der Mega-Baustellen unseres Landes“, sagt die Bundesvorsitzende Marie-Theres Kastner aus Warendorf. Es sei „ein Skandal, dass unser Bildungssystem in einem derart desolaten Zustand verharrt“.

Die KED fordert eine umfassende Modernisierung des Bildungssystems. „Dazu gehören Geld für mehr Lehrerinnen und Lehrer, eine Kampagne für mehr Wertschätzung des Lehrberufes, multiprofessionelle Teams für eine individuelle Förderung, Maßnahmen für mehr soziale Gerechtigkeit und Integration, eine verbesserte digitale Ausstattung und dazu Konzepte für Weiterbildung und Einsatz neuer Medien.“

Ergebnisse der Studie

Laut der neuen Pisa-Studie sind die schulischen Leistungen der 15-Jährigen in Deutschland in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften merklich gesunken. Kenntnisse im Lesen und in Mathematik fielen sogar auf einen historischen Tiefstand.

Die Studie hat die Fähigkeiten von 15-Jährigen verglichen. Rund 690.000 Schüler aus 81 Ländern nahmen teil, in Deutschland waren es 6.100 aus allen Schulformen.

Leistungseinbußen in Deutschland

In Deutschland sind die Leistungseinbußen in allen drei Bereichen überdurchschnittlich groß. Deutschland liegt damit nur noch in den Naturwissenschaften über dem Durchschnitt der Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (492 zu 485 Punkten). In Mathematik (475 zu 472 Punkten) und Lesen (480 zu 476 Punkten) entsprechen die Ergebnisse dem Durchschnitt, der in beiden Bereichen ebenfalls gesunken ist.

Rund ein Drittel der deutschen 15-Jährigen hat in mindestens einem der drei getesteten Felder nur sehr geringe Kompetenzen. Etwa jeder Sechste hat in allen drei Bereichen deutliche Defizite. Die Anteile dieser besonders leistungsschwachen Jugendlichen sind seit 2018 größer geworden und betragen in Mathematik rund 30 Prozent, im Lesen 26 Prozent und in den Naturwissenschaften rund 23 Prozent.