BDKJ-Vorsitzende: Man muss Jugend nicht zu Engagement zwingen

Katholische Jugend: Dienstpflicht nicht zielführend

Die Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hält eine allgemeine Dienstpflicht nicht für zielführend. „Für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Solidarität müsste man schon etwas mehr verändern, als nur ein gesellschaftliches Pflichtjahr einzuführen“, schreibt Lisi Maier in einem Beitrag für die „Süddeutsche Zeitung“.

Es sei wichtig, dass junge Menschen sich engagierten. Das gelinge aber besser mit positiven Angeboten als mit Zwang. Auch schüre die Debatte Vorurteile, dass die Jugend zu sinnvollen Tätigkeiten gezwungen werden müsse.

Fachkräfte statt Dienstpflichtige

Fragwürdig sei auch, warum nur junge Menschen den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken sollten, so Maier. Viele Jugendliche engagierten sich in Vereinen, rund 100.000 in einem Freiwilligendienst - für die es seit Jahren mehr Bewerbungen als Plätze gebe. „Für diejenigen, die sich seit Langem für eine Aufstockung dieser Plätze einsetzen, klingt die Sommerloch-Forderung nach dem Pflichtdienst wie Hohn“, schreibt Maier.

Lücken im Dienstplan dürften nicht durch einen Pflichtdienst gefüllt werden, so Maier. „Um Alte und Kranke zu pflegen braucht es vernünftig ausgebildete und bezahlte Fachkräfte - und nicht junge Erwachsene, die gesellschaftlich wichtige Arbeiten für ein Taschengeld und ohne professionelle Ausbildung erledigen müssen.“ Zudem bestehe die Gefahr, dass die „Lückenbüßer“ zur „lohndrückenden Konkurrenz“ für reguläre Arbeitnehmer würden.

Bereits in der vergangenen Woche hatte sich Maiers BDKJ-Amtskollege Thomas Andonie im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ ablehnend zu einer Dienstpflicht geäußert.