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Erzbistum reagiert zurückhaltend

Katholische Laien im Erzbistum Köln fordern Diözesansynode

  • Nach der Vorlage von Missbrauchsgutachten für das Erzbistum Köln fordern katholische Laien eine Synode in der Erzdiözese.
  • Die „heißen Eisen“ müssten jetzt gemeinsam verbindlich besprochen werden, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
  • Das Erzbistum reagiert zurückhaltend.
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Nach der Vorlage von Missbrauchsgutachten für das Erzbistum Köln fordern katholische Laien eine Synode in der Erzdiözese. „Wir müssen alles daransetzen, wieder einen echten Dialog zwischen dem Kardinal, den Verantwortlichen in Bistumsleitung und der Basis der Kirche zu schaffen“, erklärte der Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum, Tim-O. Kurzbach am Samstagabend in Köln. „Wir laufen derzeit als Basis mit unseren Fragen und Anliegen gegen eine Gummiwand.“ Die „heißen Eisen“ müssten jetzt gemeinsam verbindlich besprochen werden, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Von einer Diözesansynode erhoffe sich der Diözesanrat - das Vertretungsorgan der Laien in der Erzdiözese - eine verbesserte Kommunikation und „einen neuen Aufbruch, der auf Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit fußt“, hieß es. Die Synode müsse einen verbindlichen Rahmen für die Zukunft schaffen und die systemischen Ursachen für Missbrauch thematisieren, forderte Kurzbach. Sie solle gemeinsam von Bistumsführung und Laien geleitet werden; alle Akteure der Kirche sollten sich beteiligen können.

Größeres Mitspracherecht aller Katholiken

Das Laiengremium forderte eine Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der Diözesansynode. Diese solle paritätisch mit Vertretern des Bistums und der Basis besetzt werden. Räte, Verbände und Frauengruppen müssten verantwortlich einbezogen werden.

Kurzbach erklärte, der Diözesanrat könne sich auch eine angepasste Form einer Diözesansynode vorstellen. Er nannte den Reformdialog Synodaler Weg als gutes Beispiel, in dem Bischöfe und Laienvertreter über die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland beraten. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich in der Vergangenheit kritisch über das Format geäußert.

Eine Diözesansynode ist gemäß katholischem Kirchenrecht die von einem Diözesanbischof einberufene, in der Regel von ihm präsidierte und ihn beratende Versammlung von Klerikern und Laien eines Bistums. Der Bischof bestimmt die Inhalte, er entscheidet auch darüber, welche Beschlüsse in Kraft treten. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) wertete Diözesansynoden auf, um eine größere Mitsprache aller Katholiken zu ermöglichen.

Das Gutachten

Mitte März hatten Juristen ein Gutachten zum Umgang der Kölner Bistumsspitze mit Missbrauchsfällen veröffentlicht. Sie werfen hohen Amtsträgern mindestens 75 Pflichtverletzungen zwischen 1975 und 2018 vor. Den aktuellen Erzbischof Woelki entlastet das Papier.

Es handelt sich um die zweite Ausarbeitung für das Erzbistum Köln. Ein erstes Gutachten ließ Woelki nicht veröffentlichen, da er es für mangelhaft hält. Um die beiden Untersuchungen gab es eine monatelange Debatte. Das Erzbistum Köln befindet sich in einer Vertrauenskrise.

Erzbistum zurückhaltend
Das Erzbistum Köln äußert sich zurückhaltend. Eine derart breite Beteiligung der Gläubigen wie beim diözesanen „Pastoralen Zukunftsweg“ wäre im kirchenrechtlich vorgesehenen Rahmen einer Bistumssynode nicht möglich, sagt eine Bistumssprecherin. „Im Gegensatz zu einer Diözesansynode, die eine Art Beratungsgremium von ausgewählten Laien und Priestern darstellt, fußt die Herangehensweise des Zukunftsweges auf einer sehr viel breiteren Basis“, so die Sprecherin. Eine endgültige Entscheidung zu einer Bistumssynode sei noch nicht gefallen. | KNA, 21. April.

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