Menschen mit und ohne Behinderung in Vechta unterwegs

Klare Kante gegen Höcke: 300 Menschen protestieren gegen AFD-Politiker

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Die Aussagen des AFD-Politikers Björn Höcke zum Thema Inklusion haben viel Widerstand hervorgerufen. Jetzt haben in Vechta 300 Menschen mit und ohne Behinderung dagegen protestiert.

Mit einer Menschenkette unter dem Motto „Haltung statt Spaltung. Inklusion ist Menschenrecht“ haben am Mittwoch gut 300 Menschen in Vechta gegen Aussagen des AFD-Politikers Björn Höcke zum Thema Inklusion protestiert. Unter ihnen viele Erwachsene und Kinder mit Behinderung. Dazu aufgerufen hatte der „Elternkreis Next Generation“ in Lohne – eine Selbsthilfegruppe bestehend aus rund 20 Familien von Kindern mit Beeinträchtigung, wie die Caritas mitteilt.

„Gelebte und gelungene Inklusion ist eine Bereicherung für uns alle“, erklärte Initiatorin Nicole Nordlohne laut Mitteilung zu Beginn. „Kinder mit Beeinträchtigung halten nicht vom Lernen ab“, so die Mutter einer verstorbenen schwerstbehinderten Tochter, die beruflich als Referentin für Behindertenhilfe beim oldenburgischen Landescaritasverband arbeitet. „Wer hat das Recht, diese Leben zu beurteilen oder über uns zu urteilen?“, fragte sie.

Schweigende Menschenkette zum Abschluss

Treffpunkt war am Gedenkstein in der Vechtaer Juttastraße, der seit 1981 an die zerstörte Synagoge der Kreisstadt erinnert. Nordlohne gedachte der Ereignisse in der Zeit des Nationalsozialismus, als „Mitbürger und Nachbarn plötzlich zu Fremden und Geächteten wurden“. Und weiter: „Die unverhüllten Äußerungen zu Menschen mit Behinderung machen uns Angst.“

Gezeigt wurden Plakate mit Worten wie „Wir sind so und nicht anders“, „Wir gehen geradeaus in die Regelschule. Nicht rechts“ oder „So etwas wie Höcke darf keine Schule machen.“ Im Anschluss säumten die Teilnehmenden eine halbe Stunde lang schweigend mehrere hundert Meter einer Seite der Einkaufsstraße in Vechta.