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Reformbewegung schreibt an Papst Franziskus

„Maria 2.0“ fordert vatikanische Visitation im Erzbistum Köln

  • In der Debatte um die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln hat sich die Reforminitiative Maria 2.0 im Rheinland an den Papst gewandt.
  • In einem Brief an Franziskus bittet die Gruppe um eine Visitationsreise eines Vatikanvertreters.
  • Viele Menschen wünschten sich neben anwaltlichen Gutachten ein moralisches Schuldeingeständnis der kirchlichen Amtsträger, schreibt Maria 2.0 an den Papst.
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In der Debatte um die Missbrauchsaufarbeitung im Erzbistum Köln hat sich die katholische Reforminitiative Maria 2.0 im Rheinland an den Papst gewandt. In einem am Sonntagabend in Köln veröffentlichten Brief an Franziskus bittet die Gruppe um eine Visitationsreise eines Vatikanvertreters, "damit Sie sich ein Bild von der Lage machen können und wir gemeinsam nach neuen Wegen suchen".

In dem Brief, der auf den 16. Januar datiert ist, heißt es weiter: "Die Ereignisse im Erzbistum Köln haben die Gemeinden und die dort wirkenden Seelsorgerinnen und Seelsorger und viele Gläubige in eine Krise gestürzt." Die Gruppe bezieht sich auf das Kirchenrecht, demzufolge Gläubige "das Recht und bisweilen sogar die Pflicht" hätten, ihre Meinung mitzuteilen, wenn es um das Wohl der Kirche gehe.

Geständnis und Gutachten

Viele Menschen wünschten sich neben anwaltlichen Gutachten ein moralisches Schuldeingeständnis der kirchlichen Amtsträger, schreibt Maria 2.0 an den Papst. "Wir Gläubigen fragen uns, warum es unseren Hirten so schwer fällt, ihr Gewissen zu befragen und glaubwürdige Schritte der Reue und Einsicht in ihr Verhalten zu zeigen." 

Die Gruppe Maria 2.0 dringt auf Reformen in der katholischen Kirche, darunter eine Priesterweihe für Frauen.

Der Hintergrund

Dem Kölner Erzbischof wird vorgeworfen, den Fall eines Missbrauchspriesters pflichtwidrig nicht nach Rom gemeldet zu haben. Zudem steht er in der Kritik, weil er ein Missbrauchsgutachten einer Münchner Anwaltskanzlei nicht wie zunächst vorgesehen veröffentlichen lässt. Das Gutachten habe "methodische Mängel", heißt es zur Begründung. Woelki beauftragte daher einen neuen Gutachter, der seine Ergebnisse bis zum 18. März vorlegen will.

Diese Entscheidung wird von vielen Seiten zum Teil heftig kritisiert. So wirft Maria 2.0 Woelki vor, mit der Nichtveröffentlichung des Erstgutachtens Täter und Vertuscher von sexualisierter Gewalt schützen zu wollen. Dem widerspricht der Kardinal. "Ich erwarte keine Schonung - im Gegenteil", betonte er mit Blick auf den neuen Gutachter-Auftrag.

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