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Bundeskanzlerin debattiert mit Luisa Neubauer beim Ökumenischen Kirchentag

Merkel sieht reiche Länder bei der Klimawende in der Pflicht

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei einer Video-Debatte des 3. Ökumenischen Kirchentages die besondere Verantwortung der Industrieländer bei der Klimawende betont.
  • Die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer warf der Bundesregierung einen Vertrauensbruch gegenüber der jungen Generation vor.
  • Merkel sieht bei der Bewegung Fridays For Future eine wichtige demokratische Rolle.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht reiche Industrieländer wie Deutschland in einer besonderen Verantwortung für die Klimawende. Beim Ökumenischen Kirchentag sagte sie, diese Verantwortung resultiere auch aus der Geschichte, weil diese Länder während ihrer wirtschaftlichen Expansion besonders stark zu Kohlendioxidemissionen beigetragen hätten. Zudem hätten sie wegen ihrer wirtschaftlichen Ressourcen heute die Mittel dazu, mehr als andere zur Erreichung dieses Ziels beizutragen.

Luisa Neubauer von der Bewegung Fridays For Future warf der Bundesregierung vor, über viele Jahre das Vertrauen der jungen Generation gebrochen und klimazerstörende Industrien gefördert zu haben. Junge Menschen hätten erst die Bundesregierung beim Verfassungsgericht verklagen müssen, bevor sich diese zu konsequenteren Klimazielen durchgerungen habe. Neubauer und Merkel sprachen in einer vorab aufgezeichneten Kirchentags-Debatte, die am Samstag im Internet zu sehen war.

Merkel verteidigt stufenweisen Kohle-Ausstieg

Merkel betonte, ihre Regierung habe schon seit langem Maßnahmen eingeleitet, um den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren. Sie verteidigte den sogenannten Kohlekompromiss des Jahres 2019, der einen stufenweisen Ausstieg aus dem Kohleabbau in Deutschland vorsieht. Die in der Kohleindustrie arbeitenden Menschen bräuchten verlässliche Zeitpläne, betonte sie.

Zudem gebe es in der Bevölkerung auch Widerstand gegen den Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem gegen Windkraftanlagen und Stromtrassen. In einer Demokratie müssten widerstreitende Interessen ausgeglichen werden. "Treiber" wie die Bewegung Fridays For Future spielten dabei eine wichtige Rolle. Zur Forderung nach einer nachhaltigeren Landwirtschaft sagte Merkel, eine um 20 Prozent reduzierte Nahrungsmittelproduktion halte sie für machbar, wenn gleichzeitig die Verschwendung von Lebensmitteln verringert werde.

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