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Woelki soll Verantwortliche auf Fehler hingewiesen haben

Missbrauch: Woelki schrieb Heße – der weist Vorwürfe zurück

  • Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße weist erneut Vorwürfe zurück, in seiner Zeit als Personalchef in Köln Missbrauchsfälle vertuscht und gegen Kirchenrecht verstoßen zu haben.
  • In einem Brief soll der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki Heße und andere Verantwortliche auf Fehlverhalten hingeweisen haben.
  • Heße: Im Bericht der Kanzlei zum fraglichen Fall bin ich nicht erwähnt.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße weist erneut Vorwürfe zurück, in seiner Zeit als Personalchef in Köln Missbrauchsfälle vertuscht und gegen Kirchenrecht verstoßen zu haben. „In der Frage, welche kirchenrechtlichen Schritte erforderlich gewesen wären, musste ich mich damals auf das Urteil der juristischen Experten des Erzbistums Köln verlassen“, sagte Heße der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der 54-Jährige war ab 2006 Personalchef und später Generalvikar im Erzbistum Köln. Seit 2015 ist er Erzbischof in Hamburg.

Laut Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) wies der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki Heße und weitere Verantwortliche bereits im April 2019 in einem Brief auf Fehlverhalten hin. Sie hätten 2010 und 2011 in einem Missbrauchsfall „in mehrerer Hinsicht rechtswidrig“ gehandelt, heiße es in dem Schreiben. Vor allem die damals schon verpflichtende Information der Glaubenskongregation sei unterblieben.

Erzbistum widerspricht FAZ-Bericht

Das Erzbistum widersprach der Darstellung. In dem Schreiben habe Woelki nicht von einem Fehlverhalten Heßes gesprochen, so eine Sprecherin auf Anfrage. Vielmehr sei es um eine Einschätzung gegangen, ob und wie das Erzbistum in diesem Fall auch mit Blick auf das Kirchenrecht tätig werden könnte. Es thematisiere nicht die Frage, „wer welche Verantwortung für das damalige Geschehen hatte“.

Heße bestätigte der KNA den Erhalt des Briefs. Woelki habe ihn darin über Untersuchungen der Kanzlei Westpfahl-Spilker-Wastl zu Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester im Erzbistum Köln informiert. Als Personalchef war Heße mit dem Fall befasst.

Heße: Bin im Zwischenbericht zu dem Fall nicht erwähnt

Dem Brief sei eine Art Zwischenbericht der Kanzlei beigefügt gewesen. „In diesen beigefügten Unterlagen, die auf kirchenrechtliche Versäumnisse hinweisen, werde ich weder persönlich noch in meinem damaligen Amt erwähnt“, betont Heße.

Woelkis Brief bezieht sich laut FAZ auf den Fall eines Pfarrers, der sich in den 1990-er Jahren an drei minderjährigen Nichten vergangen haben soll. 2010 hatte die Staatsanwaltschaft gegen den Priester ermittelt. Der damalige Erzbischof Joachim Meisner suspendierte ihn daraufhin, hob dies aber 2011 wieder auf, nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt hatte. 2019 untersagte Woelki dem Priester die Ausübung des Dienstes. Im Juli 2020 klagte die Staatsanwaltschaft Köln den Geistlichen an.

Update 20. Nov., 9.25 Uhr: Stellungnahme Erzbistum Köln im dritten Absatz (jjo.)

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