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Jan Willem Docter ist Niederländer und arbeitet im Bistum Münster

Pendler zwischen Holland und Deutschland: So erlebt er die Corona-Regeln

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Die Corona-Einreiseregeln für Deutschland stellen sowohl Touristen als auch Berufstätige vor immer neue Herausforderungen. Ist ein negatives Testergebnis notwendig oder droht gar eine Quarantäne? Ein Mann, der in einem Hochrisikogebiet lebt und im Bistum Münster arbeitet, erzählt von seinen Erfahrungen als Grenzpendler.

Mindestens neun Mal pro Woche fährt Jan Willem Docter zwischen seinem Wohnort Enschede und seinem Arbeitsplatz in Ahaus hin und her. Er ist seit gut anderthalb Jahren hauptamtlicher Kirchenmusiker in der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt und hat die gesamte Bandbreite an Corona-Maßnahmen an den Grenzübergangen zwischen den Niederlanden und Deutschland miterlebt.

Auf dem Höhepunkt der Maßnahmen ließ sich Docter drei Mal in der Woche testen. Vom Bistum Münster hat er zusätzlich eine Arbeitsbescheinigung erhalten.

Musiker besitzt vollständigen Corona-Impfschutz

Seit dem 1. August gelten neue Einreiseregeln, die Niederlande sind als Hochrisikogebiet eingestuft. Doch regelmäßige Tests benötigt der Musiker im Moment nicht. Zum einen gelten für Grenzpendler wie ihn Sonderregeln, zum anderen besitzt er inzwischen einen vollständigen Corona-Impfschutz. „Die Impfungen habe ich in Holland bekommen, das ging zwei Wochen schneller als in Deutschland“, sagt Docter.

Die Schnelltests hat er wiederum in Deutschland machen lassen. Er habe dabei immer seinen Personalausweis aus den Niederlanden vorgezeigt, das sei kein Problem gewesen. „Solche kostenlosen Bürgertests haben wir in den Niederlanden nicht“, so der Kirchenmusiker. In seiner Heimat hätte er die Tests bezahlen müssen. Als Pendler wäre das eine teure Angelegenheit geworden.

Corona-Regeln unterscheiden sich erheblich

Jan Willem Docter an der Orgel
Jan Willem Docter arbeitet in der Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt als Kirchenmusiker. | Foto: privat

Gravierende Verzögerungen oder Hindernisse habe es bei den Grenzüberfahrten nie gegeben. Kontrolliert worden ist Jan Willem Docter während der gesamten Zeit lediglich ein Mal. Ab und zu stünden Polizisten am Grenzübergang, die stichprobenartig Fahrzeuge kontrollieren.

Obwohl die Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden im Alltag vieler Grenzpendler keine große Rolle spielt, unterscheiden sich die Corona-Regeln zwischen Ahaus und Enschede erheblich. Ist das Tragen medizinischer Masken im Supermarkt an seinem Arbeitsort Pflicht, sind Läden in Enschede ohne Masken betretbar. Docter sagt, dass er sich jeweils den örtlichen Gegebenheiten anpasst: „Man gewöhnt sich an die jeweiligen Regeln.“

In den Niederlanden viel zu schnell gelockert

Gleichzeitig vertritt er eine klare Meinung, wenn es um das Verhalten seiner Landsleute geht. „In den Niederlanden ist viel zu schnell gelockert worden“, sagt der Kirchenmusiker. Folgerichtig seien die Inzidenzen durch die Decke geschossen. „Ich glaube, die Deutschen befolgen mehr die Regeln“, ergänzt Docter.

Er sei jetzt erstmal froh über die schnelle Impfung und darüber, dass er problemlos seiner Tätigkeit nachgehen kann. „Die Arbeit in der Pfarrgemeinde ist wirklich wunderbar“, sagt Jan Willem Docter, bevor er wieder mal in seinen Heimatort Enschede zurückfährt.

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