CDU-Politiker ruft Bischöfe zur Mitgestaltung auf

Schiewerling: Kirche muss sich mehr mit Politik beschäftigen

Der frühere CDU-Politiker Karl Schiewerling hat die katholische Kirche aufgefordert, sich mehr mit Politik zu beschäftigen. Im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“ sagte Schiewerling, die geistige Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen müsse in der Kirche eine höhere Priorität haben.

„Es kommt darauf an, unsere Positionen einzubringen, verlangte der ehemalige Vorsitzende des Kardinal-Höffner-Kreises, eines Zusammenschlusses vorwiegend katholischer Abgeordneter in der Unionsfraktion. Schiewerling erklärte, gefragt seien insbesondere die Bischöfe. Wenn sich das Zentralkomitee der deutschen Katholiken oder die katholischen Verbände äußerten, habe dies nicht dasselbe Gewicht wie ein Statement von Bischöfen.

„Drehen um eigene Befindlichkeiten“

Schiewerling rief außerdem dazu auf, das Wissen über die katholische Soziallehre wiederzubeleben.„Wir müssen uns über unsere katholischen Akademien, über unsere Lehrstühle für katholische Soziallehre und christliche Gesellschaftslehre noch stärker als bisher darüber Gedanken machen, wie wir denn die Politik erreichen, sagte der CDU-Politiker und frühere Diözesansekretär des Kolpingwerks im Bistum Münster.„Das Drehen um die eigenen Befindlichkeiten und Interessen darf nicht im Mittelpunkt stehen.

Die christliche Soziallehre müsse nicht nur parteipolitisch wirksam werden, sondern auch in der Gesellschaft. Da gebe es gerade mit der Enzyklika„Laudato si und mit dem Apostolischen Schreiben„Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus sowie mit Enzykliken seiner Vorgänger viele Schätze.„Die müssen wir neu heben für die heutige Lebenssituation, verlangte Schiewerling, der bis zur Bundestagswahl im September auch arbeitsmarkt- und sozialpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag war. Dies betreffe zum Beispiel die Frage der Chancen- und Teilhabegerechtigkeit für Kinder aus sozial schwierigen Milieus.