160.000 Euro für umfangreiche Vorkehrungen in der St.-Nikomedes-Kirche

Sicherung vom Borghorster Stiftskreuz wird durch Spenden finanziert

Die Freude über die Tatsache, dass das Stiftskreuz nach Borghorst zurückkehren wird, war Pfarrer Markus Dördelmann deutlich anzusehen. „Für unsere Gemeinde ist das Riesengeschenk“, sagte er bei der Pressekonferenz in der St.-Nikomedes-Kirche, bei der eine Spendenaktion für den Verbleib des Kreuzes in der Pfarrgemeinde vorgestellt wurde. Mit dem Titel „Es ist ein Kreuz – unser Schatz kommt zurück“ sollen so die etwa 160.000 Euro gesammelt werden, die für die neue Sicherheitsanlage notwendig sind.

Die Sensibilität für die umfangreichen Sicherungen ist groß, nachdem das Kreuz im Oktober 2013 gestohlen worden war und erst im Februar 2017 wiederbeschafft werden konnte. Die Maßnahmen gegen einen erneuten Diebstahl werden weit über die damaligen Vorrichtungen hinausgehen. „Wir gehen mit der Anlage sogar weiter, als von den Versicherungen gefordert wird“, sagte Dördelmann. „Wenn sie schusssicheres Glas verlangt, wollen wir sprengsicheres Glas.“ Genauere Angaben zum Konzept könne er aus Sicherheitsgründen aber nicht machen.

Ideeller Wert rechtfertigt hohen Aufwand

Die Ausgaben stehen in den Augen Dördelmanns in keinem Verhältnis zum ideellen Wert des Kreuzes für die Menschen in Borghorst und Umgebung. „Die Freude über die Nachricht, dass es wieder in der Kirche zu sehen sein wird, war noch größer als die Trauer, als es gestohlen wurde.“ Es dürfe daher nicht in einen Tresor oder ein Museum wandern, wo die Menschen keine Beziehung dazu aufbauen könnten. „Vor ein Duplikat ohne Reliquie stellt keiner eine Kerze auf oder betet.“

Pressetermin für Spendenaktion in Borghorster St.-Nikomedes-Kirche
Gemeinsame Vorfreude auf die Rückkehr des Stiftskreuzes (v.l.): Landrat Klaus Effing, Pfarrer Markus Dördelmann und die Steinfurter Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer. | Foto: Michael Bönte

Die Bedeutung des Kreuzes unterstrich auch Landrat Klaus Effing, der sich zusammen mit der Steinfurter Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer sofort bereit erklärt hatte, die Spendenaktion zu unterstützen. „Auch für viele Menschen, die nicht eng mit der Kirche verbunden sind, hat es eine identitätsstiftende Bedeutung.“ Das Kreuz sei ein Ankerpunkt in der Region und gehe in seiner Ausstrahlung weit darüber hinaus.

Verzicht auf Unterstützung vom Bistum

Deshalb sind sich die Initiatoren sicher, dass ausreichend Geld zusammenkommt. „11.111 Euro sind bereits eingegangen, ohne das wir zur Spende aufgerufen haben“, sagte Dördelmann. In der Pfarrgemeinde habe man sich bewusst dazu entschlossen, die Kosten selbst aufzubringen. „Das Bistum hat uns bei der Wiederbeschaffung schon so intensiv unterstützt, dass wir das jetzt allein stemmen wollen.“

Wann das kostbar verzierten Kreuz aus dem elften Jahrhundert wieder zurückkehren wird, ist noch unklar. Im Jubiläums-Jahr zum 1050-jährigen Bestehen des adeligen Damenstifts in Borghorst im Jahr 2019 würde es gut passen. Klar ist hingegen, wo es seinen Platz haben wird: In einem Durchbruch zur Stiftskammer links neben dem Hochchor. Dort soll es hinter dickem Glas für jeden sichtbar sein.

Menschen wollen das Kreuz abholen und begleiten

Und für die Rückkehr hat Dördelmann auch schon konkrete Ideen. „Es darf kein Sicherheitsfahrzeug vorfahren und alle klatschen“, sagte er. „Die Menschen wollen es abholen und auf dem Weg hierher zurück begleiten.“ An eine Wallfahrt denkt er. „Aber nur unter starken Sicherheitsvorkehrungen.“