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Deutsche Bischofskonferenz wirbt für fairen Wahlkampf

SPD-Wahlspot: CDU-Sprecher Gröhe wittert antikatholische Stimmungsmache

  • Nach einem umstrittenen SPD-Wahlspot wirbt die Deutsche Bischofskonferenz für einen fairen Wahlkampf.
  • CDU-Politiker Hermann Gröhe, religionspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, übte deutliche Kritik an dem Wahlspot gegen einen Parteikollegen.
  • Er sprach von antikatholischer Stimmungsmache der SPD.

 

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Die Deutsche Bischofskonferenz wirbt in der Debatte um einen umstrittenen SPD-Videoclip, der antikatholische Polemik enthält, für einen fairen Wahlkampf. "Den Umgang in dem Wahlwerbespot mit der Äußerung einer religiösen Überzeugung halten wir für unangemessen", teilte der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp, auf Anfrage mit.

Auch der religionspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Hermann Gröhe (CDU), übte Kritik an dem Spot, in dem Bezug auf die religiöse Einstellung von CDU-Politiker Nathanael Liminski (35) genommen wird. "Nicht frühere Aussagen zu individuellen Moralvorstellungen (zumal für das eigene Leben) eines heutigen hervorragenden nordrhein-westfälischen Spitzenbeamten sind das Problem. Sondern die antikatholische Stimmungsmache durch die SPD", sagte Gröhe der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

"Rechte Hand" von Armin Laschet wird angegriffen

In einem Video, bei dem nacheinander russische Matroschka-Puppen mit CDU-Politiker-Gesichtern geöffnet werden, wird auf die "rechte Hand" von Union-Spitzenkandidat Armin Laschet in der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, Liminski, abgezielt. Es heißt darin: "Wer Armin Laschet von der CDU wählt, ... wählt erzkatholische Laschet-Vertraute, für die Sex vor der Ehe ein Tabu ist".

Liminski hatte 2007 als 22-Jähriger in einer Talkshow gesagt, dass er die ablehnende Position der katholischen Kirche zum Sex vor der Ehe teile. Er war damals Mitbegründer einer Vereinigung namens "Generation Benedikt", die Positionen des Papstes gegen anderslautende Ansichten in Deutschland verteidigte.

Am Wochenende folgten aus Politik- und Kirchen-Kreisen kritische Reaktionen auf den Spot. Der ehemalige religionspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, bezeichnete es als völlig inakzeptabel, den Glauben von jemandem auf diese Weise abzuwerten. Der Vorsitzende der NRW-Landesgruppe der CDU im Bundestag, Günter Krings, sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger": "Dass höchstpersönliche Themen und religiöse Überzeugungen zum Gegenstand politischer Angriffe gemacht werden, hat es in der Nachkriegszeit so noch nicht gegeben."

CDU-Politiker Gröhe: "Unsägliche Entgleisung"

Bischofskonferenz-Sprecher Kopp ergänzte: "In früheren Wahlkämpfen gehörte es zum guten Ton, kein negatives Campaigning zu betreiben. Daran sollten die demokratischen Parteien in Deutschland unbedingt festhalten."

Auch der Leiter des Katholischen Büros in Düsseldorf, Antonius Hamers, hält es nach eigenen Worten für falsch, jemanden wegen seines Glaubens zu diskreditieren. Gröhe sprach nun von "Intoleranz". Jedoch würdigte er, dass es von SPD und Grünen "eindeutige kritische Stimmen zu dieser unsäglichen Entgleisung gibt".

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