Realschule in Sendenhorst feiert doppeltes Jubiläum

St. Martin und Martin Luther – Schüler feiern beide

Doppelter Anlass für ein Festjahr in der Realschule St. Martin in Sendenhorst: Die Geburt des Namensgebers der Schule, Martin von Tours, vor 1700 Jahren und der Reformationsbeginn durch Martin Luther vor 500 Jahren, brachten die Idee, beide Lebenswerke zu würdigen. Ein Jahr lang beschäftigten sich die Schüler vielseitig mit der Geschichte und den Geschichten rund um die historischen Personen.

„Die grundsätzliche Idee war eigentlich, Martin von Tours einmal abseits der berühmten Bettlergeschichte kennenzulernen“, erklärt Schulseelsorgerin Tanja Tiedeken im Gespräch mit Kirche+Leben. Schnell aber sei klar geworden, dass der „andere Martin“, also Luther, in diesem Jahr auch eine Rolle spielen müsse. Auch weil die beiden vieles verbinde. „Luthers Namenspatron ist ja der heilige Martin, an dessen Namenstag, dem 11. November, der Reformator getauft wurde.“

Luther kannte den Heiligen

Luther muss den Heiligen also gekannt haben, sagt Tiedeken. Und: „Beide haben eine für ihre Zeit außergewöhnliche Form gesucht, Gottes Wort zu verkünden – der eine durch soziales Handeln, der andere laut und widerspenstig.“

Kunstwerk der Realschule St. Martin
Schüler der Realschule St. Martin in Sendenhorst bauen im Jubiläumsjahr ein Kunstwerk. | Foto: Tanja Tiedeken

Themen gab es also genug, mit denen sich die Fünf- bis Zehntklässler auseinandersetzen konnten. Entstanden sind deshalb vielseitige Projekte, in denen sich die Schüler auf einem Schulfest präsentieren: Ein Martins-Parcour in der Turnhalle, ein Sponsorenlauf oder verschiedene Kunstwerke. Das größte davon wird seinen Platz vor der Schule finden und Hintergründe zu beiden Persönlichkeiten erklären. Auf einer zwei Meter Meter hohe Holzkonstruktion sind die Namensbuchstaben des Heiligen und des Reformators zu lesen. Schüler aus der Klasse zehn haben darauf ihre Wahrnehmung der Persönlichkeiten geschrieben und bildlich umgesetzt.

Baumpflanzaktion mit den Pfadfindern

Höhepunkt des Jubiläumsjahres wird eine Baumpflanzaktion sein, die sich an das Zitat anlehnt, das Martin Luther in den Mund gelegt wird: „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, ich würde heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen!“ 133 Schüler der Jahrgangsstufe 9 werden mit den Pfadfindern des Ortes eine Streuobstwiese mit alten Obstsorten anlegen. „Ein guter Beitrag für die Nachhaltigkeit und die Übernahme von Verantwortung über die eigene Generation hinaus“, sagt Tiedeken.