Kommentar von „Kirche+Leben“-Redakteur Michael Bönte

„Valerie und der Priester“ - Spannend! Aber fruchtbar?

Das Projekt „Valerie und er Priester“ geht zu Ende. Hat sich der Aufwand gelohnt? „Kirche+Leben“-Redakteur Michael Bönte hat das Projekt begleitet und zieht nun Bilanz.

Ein Schlüsselloch-Blick ist immer spannend. Besonders, wenn er in Räume geworfen wird, die einem besonders fremd sind. Wenn sich die Tür zwischen den fremden Welten dann noch so weit öffnet wie im Projekt „Valerie und er Priester“, dann ist das faszinierend.

Es gab viel zum Lachen und Überraschendes. So richtig kontrovers wurde es nur an einigen Stellen. Dabei fehlte aber manchmal die Zuspitzung. Am Ende standen dann die Positionen der Protagonisten gegenüber, ohne wirklich zu einem Ergebnis zu gekommen zu sein.

Ob sich der Aufwand gelohnt hat?

Vielleicht ist das eine Erkenntnis dieses Projekts: In der heutigen Zeit begegnen sich kirchliche und andere Lebens-Entwürfe aus einer so großen Entfernung, dass es über ein selektives Verstehen der anderen Seite nicht hinausgehen kann. Zu einer fruchtbaren Diskussion oder gar einem Konsens reicht es oft nicht mehr.

Das Projekt war aufwändig. Wie viel es gekostet hat, will das Zentrum für Berufungspastoral der Deutschen Bischofskonferenz nicht verraten. Ob sich der Aufwand gelohnt hat? 500.000 Leser im Monat lassen das vermuten. Hoffentlich waren sie dabei nicht nur amüsiert und überrascht, sondern auch nachdenklich und kritisch.