Eröffnung der neuen Bahnhofshalle am Samstag

Was ist neu für die Bahnhofsmission am Hauptbahnhof Münster?

Am Samstag, 24. Juni, 11 Uhr, wird der Hauptbahnhof in Münster neu eröffnet. Bischof Felix Genn wird das Gebäude segnen. „Wir haben alle darauf gewartet, dass die Halle fertig wird“, freut sich Christine Kockmann, Leiterin der Bahnhofsmission auf Gleis 12. „Unsere Wege werden jetzt erheblich kürzer sein.“

Alle – das sind Kockmann und ihre 54 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Schüler, Studenten, Berufstätige, Rentner, die täglich für Hilfesuchende da sind. Zum Beispiel Christiane Bodenberger, die sich seit zehn Jahren engagiert: „Weil das Arbeitsklima super ist und ich nah bei den Menschen sein kann.“

12.000 Stunden Einsatz im Jahr

Jährlich leisten die Helfer 12.000 Freiwilligen-Stunden, 8.000 davon für Reisende: Mütter mit Kindern, Gehbehinderte, Blinde, unsichere Menschen. Gerade hat das Team das 110-jährige Bestehen der ökumenischen Einrichtung gefeiert, die von Caritas und Diakonie getragen wird. Jetzt ist man gespannt auf das Neue. „Unser Wirkungskreis wird sich verändern“, sagt Leiterin Kockmann.

Schon vor rund fünf Jahren, als der münstersche Bahnhof Aufzüge und Rolltreppen bekam, habe sich die Arbeit gewandelt. „Früher gab es nur einen Lastenaufzug. Heute können viel mehr Menschen, die behindert sind oder mit einem Fahrrad kommen, selbstständig die Gleise erreichen.“

Die Wege werden kürzer

Deswegen gehe man auch vermehrt auf „Streife“ und zu den einfahrenden Zügen, um zu sehen, wer Hilfe braucht. „Mancher hat Probleme, vom Bahnsteig in den IC oder ICE zu steigen.“ Während der aktuellen Umbauphase seien die Mitarbeiter auf die Verkehrsstation und den hinteren Teil des Bahnhofs beschränkt gewesen. Rollstuhlfahrer etwa hätte man durch den Hamburger Tunnel bis zu den Bussen vor den Bahnhof bringen müssen. „Jetzt wird alles kürzer.“

Den Hallen-Neubau hat Kockmann bei einem internen Besuch bereits kennen gelernt. „Er ist frisch, sauber, chic, mit alten und neuen Geschäften, anderen Restaurants.“ Sie erhofft sich neue Kooperationen mit der Kaufmannschaft, „wenn wir vorbeikommen und Gutes von gestern abholen wollen“. Die Bahnhofsmission biete nämlich eine Notversorgung an – Kaffee, Tee, Brot.

„Besondere Menschen“ im Bahnhofsumfeld

In der alten, dunklen Wandelhalle seien zudem „besondere Menschen nicht besonders aufgefallen. Ich bin gespannt, wie das künftig sein wird.“ Mit besonderen Menschen meint sie jene, „die den Bahnhof zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht haben“: Menschen, ohne Wohnung, psychisch Erkrankte, Abhängige, Migranten aus Osteuropa, Einsame. Da die Halle künftig rund um die Uhr geöffnet sein soll, werde sich ebenfalls etwas verändern.

Christine Kockmann ist hoffnungsvoll. „Wenn es Probleme gibt, kann man darüber sprechen.“