Kirche+Leben Lexikon

Was wird an Allerheiligen und Allerseelen gefeiert?

Am 1. November feiert die katholische Kirche das Fest Allerheiligen. Sie sieht in einem Heiligen einen Christen, der den Glauben in seinem Leben konsequent verwirklicht hat. In den Heiligen hat sich nach katholischem Verständnis die Erlösungstat Christi verwirklicht, ihr Leben ist für immer und ewig geglückt. Daher weist die Verehrung der Heiligen letztlich auf Christus hin. Die Heiligen leben in der Gemeinschaft mit Gott, wie die Kirche glaubt.

Es sind also nicht nur Menschen gemeint, die vom Papst heilig gesprochen wurden. An Allerheiligen, das seit dem 9. Jahrhundert gefeiert wird, gedenkt die Kirche daher auch nicht nur der offiziell Heiliggesprochenen.

Gedenken aller Verstorbenen

Am folgenden Tag gedenkt die Kirche aller Verstorbenen. Der Allerseelentag (2. November) etablierte sich vom französischen Benediktinerkloster Cluny ausgehend um die Jahrtausendwende. An diesem Tag wird an die Toten erinnert, die sich nach katholischem Verständnis in einem "Reinigungszustand" befinden und die volle Gemeinschaft mit Gott noch nicht erreicht haben.

Für diese Menschen wird an Allerseelen in Messen und Andachten gebetet. In Allerseelenandachten, die oftmals bereits am Nachmittag von Allerheiligen stattfinden, legen die Gläubigen Fürbitte für die Toten ein, in Prozessionen ziehen sie zu den mit Blumen geschmückten Gräbern. In betender Erinnerung entzünden die Menschen Kerzen auf den Gräbern.

Beide Feste - Allerheiligen und Allerseelen - gründen in dem christlichen Glauben, dass durch das Leben, Sterben und die Auferweckung Jesu von den Toten ein Weiterleben nach dem Tod möglich ist. Damit haben diese beiden Tage einen österlichen Charakter, was in den Gebeten der Gottesdienste verdeutlicht wird.