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"Ask the bishop" in Münsters Jugendkirche über Zweifel und Glaube

Weihbischof Zekorn: Ich war überzeugt, dass es Gott nicht gibt

  • „Als Jugendlicher gab es eine Zeit, in der ich nicht nur an Gott gezweifelt habe, sondern überzeugt war, dass es ihn nicht gibt.“ Das bekannte Weihbischof Stefan Zekorn in der Jugendkirche Münster.
  • Er äußerte sich bei dem Instagram-Format "Ask the bishop", bei dem Jugendliche das Thema "Glaube und Zweifel" gewählt hatten.
  • Auch von einem Erlebnis erzählte Zekorn, das ihn besonders habe zweifeln lassen.
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Er sei durch einen doppelten Zweifel zum Glauben gekommen, hat der Münsteraner Weihbischof Stefan Zekorn bekannt: „Als Jugendlicher gab es eine Zeit, in der ich nicht nur an Gott gezweifelt habe, sondern überzeugt war, dass es ihn nicht gibt.“ Die Naturwissenschaften erklären die Welt, war er sicher. „Aber mit einem Mal bekam ich Zweifel, ob das wirklich alles ist. Es könnte Gott ja doch geben … Und so habe ich ihn gebeten: ‚Wenn es dich gibt, dann lass mich dich erkennen.‘“

Eine Zeitlang sei nichts passiert, doch dann habe ihn ein Schulfreund zu einem Treffen junger Leute mitgenommen, die über Bibeltexte gesprochen und gemeinsam gebetet haben. „Da habe ich gemerkt: Es kommt etwas in Bewegung“, berichtete Zekorn bei „Ask the bishop“ in der Jugendkirche Münster. Per Livestream und über Instagram beantwortete er Fragen von Jugendlichen.

Jugendliche haben Thema selbst gewählt

Das Thema „Wozu soll ich noch glauben?“ hatten sie mittels einer Umfrage bei Instagram selbst gewählt. Helena Rolf, Ehrenamtliche in der Jugendkirche, begründete die Wahl: „Angesichts der Corona-Pandemie, der schwierigen Schulsituation, der Kontaktbeschränkungen und auch der erhitzten kirchenpolitischen Themen können wir uns die Frage stellen: Warum soll ich noch positiv und zuversichtlich bleiben?“

Im Gespräch mit Moderator Max Wenner erzählte Weihbischof Zekorn, nach wie vor sei er überzeugt davon, dass sich Naturwissenschaft und Glaube ergänzen. Die Naturwissenschaften könnten zwar erklären, was Menschen erforschen und denken, „sie können uns aber nicht sagen, ob es noch etwas darüber hinaus gibt. Und genau das ist für ein menschliches Leben entscheidend.“

Wo Zekorn besonders gezweifelt hat

Er selbst habe die Erfahrung gemacht, dass der Glaube sein Leben verändert, „wenn ich glaube und daraus lebe, dass es mehr gibt, nämlich dass Gott mich geschaffen hat und dass er mein Ziel ist.“ Heute ziehe er diese Kraft vor allem aus der Heiligen Schrift und dem Gebet – und erlebt den Glauben dabei durchaus aus herausfordernd: „Aber er gibt mir jeden Tag positive Energie.“

An eine Situation voller Zweifel könne er sich besonders gut erinnern, erzählte Zekorn: „Als der Anruf kam, dass der Papst mich zum Weihbischof im Bistum Münster erwählt hat. Da habe ich gezweifelt. Aber diese Art des Zweifels ist positiv, denn sie macht das Leben lebendig und gibt uns Kraft.“

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