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Laut Medienbericht handele es sich nicht um Einzelfälle

Wildpinkler an der Klagemauer: Jüdische Vertreter fordern Lösung

  • Wildpinkler sorgen für Unmut bei Besuchern des egalitären Gebetsbereichs an der Klagemauer.
  • Laut Medienbericht handele es sich nicht um Einzelfälle.
  • Das Problem sei, dass es dort keine Toiletten gebe.
     
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Wildpinkler sorgen für Unmut bei Besuchern des egalitären Gebetsbereichs an der Klagemauer. Aufnahmen einer Sicherheitskamera hatten laut der Zeitung "Jerusalem Post" von Dienstagnachmittag zwei Personen gezeigt, die in unmittelbarer Nähe zu der Stätte urinierten. Es gehe nicht aus dem Videomaterial hervor, ob es sich um Beter oder Passanten handele.

Ein Sprecher der konservativen jüdischen Masorti-Bewegung in Israel gab laut der Zeitung an, dass es sich nicht um Einzelfälle handele. Er führte dies auf ein Fehlen von Toiletten an der Stätte zurück. Die nächsten zugänglichen Toiletten befinden sich im zentralen Gebäudekomplex hinter dem Klagemauerplatz, der erst nach Sicherheitskontrollen betreten werden darf. Bislang sei es nicht gelungen, Genehmigungen zum Bau entsprechender Einrichtungen zu erhalten.

 

Regierung von Israel soll reagieren

 

Die wachsende Zahl von Besuchern an der Stätte fordere angemessene Rahmenbedingungen, wird die Leiterin der Bewegung, Rakefet Ginsburg, zitiert. Es gebe keinen Zweifel, dass ein vergleichbares Phänomen an keiner anderen heiligen Stätte des Landes zugelassen würde, ohne Lösungen zu finden. Sie rief die israelische Regierung auf, sich des Problems im Rahmen des derzeit ausgesetzten Klagemauerabkommens anzunehmen.

Der Ausbau eines egalitären Gebetsbereichs am sogenannten Robinsons-Bogen zwischen dem Klagemauerplatz und dem benachbarten Archäologiepark war Teil eines Abkommens, das nichtorthodoxen Juden erlauben sollte, nach ihren Traditionen an der Stätte zu beten. Dazu gehören gemeinsame Gebete von Männern und Frauen, aber auch Schriftlesung sowie der Gebrauch von Gebetsschals und -riemen durch Frauen. Das für die Klagemauer zuständige Rabbinat und orthodox-jüdische Vertreter sehen darin eine Verletzung des jüdischen Religionsrechts. 2017 wurde der Ausbau auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

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