Bis zu 500 Millionen Euro Hilfen in Corona-Krise gefordert

„Wir sind Kirche“: Bischöfe sollen Millionen Euro für Arme geben

Die Initiative „Wir sind Kirche“ ruft die katholischen Bischöfe in Deutschland auf, „deutlich spürbare Zeichen auch der finanziellen Solidarität“ für Menschen am Rand der Gesellschaft zu setzen. In der Corona-Krise sollten Mittel mindestens in Höhe der jährlichen Staatsleistungen an die Kirchen - etwa 550 Millionen Euro - für Sozialeinrichtungen aufgewandt werden, die nicht durch staatliche Schutzschirme abgedeckt seien.

Das Geld könne in Obdachlosen- und Behinderteneinrichtungen, Tafeln, Frauenhäuser, Beratungsstellen, Prostituiertenhilfen oder in Anerkennungsboni für Pfleger in kirchlichen Altenheimen fließen, ergänzte „Wir sind Kirche“. Die Staatsleistungen an die Kirchen würden von allen Steuerzahlern aufgebracht und sollten allen Bedürftigen zugutekommen. Mit einem solchen „Schritt an die Ränder“ könne die Kirche zeigen, dass die Reden von Solidarität und Nächstenliebe keine leeren Worte seien.

Was Staatsleistungen sind

Staatsleistungen an die Kirchen gehen auf die Enteignung und Säkularisierung kirchlicher Güter im Zug der Reformation und durch den Reichsdeputationshauptbeschluss 1803 zurück. Damals verpflichteten sich die Landesherren, die Besoldung und Versorgung kirchlicher Würdenträger sicherzustellen, die durch die Enteignungen Einnahmen verloren. Die Verpflichtung besteht bis heute, sie wird inzwischen von den Bundesländern übernommen. Die Bistümer in Nordrhein-Westfalen zeigen sich gesprächsbereit, die Zahlungen endgültig zu beenden.