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Delegierte sprechen sich für einen Synodalen Rat aus

Wird der Synodale Weg zur Dauereinrichtung?

  • Die Vollversammlung des Synodalen Wegs hat sich für die Schaffung eines dauerhaften „Synodalen Rats“ ausgesprochen.
  • Bischöfe und Laien sollen darin gemeinsam die Ergebnisse des Synodalen Wegs umsetzen.
  • Zudem beschließen die Delegierten, den Einsatz für die Teilhabe von Frauen an kirchlichen Diensten und Ämtern sowie für die Predigten von Laien zu intensivieren.
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Zu Beginn des letzten Sitzungstages hat sich die Vollversammlung des Synodalen Wegs im Grundsatz für die Schaffung eines dauerhaften "Synodalen Rats" ausgesprochen. Am Samstag erhielt in Frankfurt nach einer kontroversen Debatte die Idee der Einrichtung eines Synodalen Rates für die katholische Kirche in Deutschland 138 von 179 abgegebenen Stimmen. Bislang ist die einzige bundesweite Entscheidungsinstanz der katholischen Kirche die Deutsche Bischofskonferenz.

Im angestrebten Synodalen Rat sollen Bischöfe und Laien gemeinsam die Ergebnisse des Synodalen Wegs umsetzen und weiterführende Strategien entwickeln. Das Gremium soll laut Vorschlag zweimal pro Jahr zusammenkommen. Es soll Grundsatzentscheidungen in Haushaltsfragen treffen, die nicht auf Bistumsebene entschieden werden. Ferner soll es Planungs- und Zukunftsperspektiven von nationaler Tragweite beraten.

 

Laie und Bischof als Präsidenten

 

Gleichberechtigte Präsidenten des angedachten Synodalen Rats sollen der Vorsitzende der Bischofskonferenz und ein gewähltes Laienmitglied der Kirche sein. Die Vorlage wurde als Arbeitsgrundlage angenommen und zur weiteren Bearbeitung in das zuständige "Forum" des Synodalen Wegs überwiesen.

Eine Mehrheit fand auch eine Vorlage zur Förderung des internationalen kirchlichen Austausches über die Teilhabe von Frauen an kirchlichen Diensten und Ämtern sowie Genderfragen. Laut der angenommenen Beschlussvorlage sollen sich die deutschen Bischöfe bei der Weltbischofssynode, zu der Papst Franziskus für Oktober 2023 eingeladen hat, dafür einsetzen.

 

Forderung: Laien sollen predigen dürfen

 

Ein weiteres Papier, das in Grundzügen eine Mehrheit fand, ruft die Bischöfe auf, in Rom eine Erlaubnis für eine neue Predigtordnung zu erwirken. Dann dürften beauftragte Laien auch in Eucharistiefeiern offiziell predigen. Derzeit ist die Predigt Diakonen, Priestern oder Bischöfen vorbehalten. Nur in sogenannten Wortgottesdiensten ohne Kommunionfeier erlaubt die Deutsche Bischofskonferenz die Predigt von Laien. In der Praxis gibt es aber heute schon Ausnahmen.

Seit Donnerstagnachmittag beraten Bischöfe und Laien über Machtaufteilung, die priesterliche Lebensform, die kirchliche Sexualmoral und die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche. Dabei haben sich in zahlreichen Abstimmungen breite Mehrheiten für grundlegende Reformen gezeigt. Damit diese umgesetzt werden können, müsste allerdings noch ein weltweites Konzil oder der Papst zustimmen. Die aktuellen Beratungsergebnisse sollen in zwei oder drei weiteren Synodalversammlungen bis spätestens 2023 in verbindliche Beschlüsse münden.

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