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"Habe nicht den Eindruck, dass abweichende Stimmen unterdrückt werden"

Beobachter: Synodaler Weg hat Modellcharakter für Weltkirche

  • Einer der internationalen Beobachter des deutschen Reformdialogs, Théo Péporté, sagt, der Synodale Weg habe "durchaus Modellcharakter für die Gesamtkirche".
  • Der Luxemburger sagte, er habe "nicht den Eindruck, dass abweichende Stimmen unterdrückt werden".
  • Von den theologischen Analysen könne die Weltkirche profitieren.
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Einer der internationalen Beobachter des deutschen katholischen Reformdialogs, Théo Péporté aus Luxemburg, sieht den Synodalen Weg nicht nur für Deutschland als "sehr spannend und absolut notwendig" an. Der Prozess habe "durchaus Modellcharakter für die Gesamtkirche", sagte der ehemalige Sprecher des Erzbistums Luxemburg zu "katholisch.de".

Péporté betonte, es sei zu merken, wie schwierig es ist, die verschiedenen Stimmen zusammenzubringen: "Aber das ist überhaupt nicht verwunderlich: Die Themen, die beim Synodalen Weg behandelt werden, sind sehr kompliziert, und ich halte es für ein gutes Zeichen, dass man bedächtig und sehr differenziert damit umgeht."

 

"Abweichende Stimmen werden respektiert"

 

Seiner Ansicht nach gibt es für den vom Präsidium eingeschlagenen Reformkurs eine deutliche Mehrheit. "Ich habe aber nicht den Eindruck, dass abweichende Stimmen unterdrückt werden. Sie kommen zu Wort wie alle anderen und werden auch respektiert", so Péporté.

Wo Reformanliegen konkret würden, nehme auch der Widerspruch zu, aber das gehöre dazu. Er sei "sehr zuversichtlich, dass der Prozess zu einem guten gemeinsamen Ziel führen kann".

 

"Theologische Analysen sind ausgezeichnet"

 

Der Beobachter würdigte die theologischen Analysen des Synodalen Weges als "ausgezeichnet", deren Bedeutung gehe weit über die Situation in Deutschland hinaus. "Von dieser Arbeit können wir in Luxemburg und in anderen europäischen Ländern sehr profitieren", so Péporté, der einer von insgesamt 18 internationalen Beobachtern ist.

Im Synodalen Weg beraten deutsche Bischöfe und Laienvertreter seit 2019 über die Zukunft der katholischen Kirche. Ausgangspunkt ist eine jahrelange Kirchenkrise, die der Skandal um sexuellen Missbrauchs verschärft hat. In der Debatte geht es vor allem um die Themen Macht, Priestertum, Sexualmoral sowie um die Rolle der Frauen in der Kirche. In der vergangenen Woche fand in Frankfurt an drei Tagen die zweite Synodalversammlung statt.

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