Vertrauensverlust der Kirche Thema zum Auftakt der Jugendsynode

Wübbe: Jugend muss an Kirchen-Entscheidungen beteiligt werden

Als eine Konsequenz aus dem Missbrauchsskandal muss die katholische Kirche ihre Arbeit, ihre Verfahren und ihre Sprache von jungen Menschen her neu denken. Dazu hat der Osnabrücker Weihbischof und frühere Jugendseelsorger Johannes Wübbe aufgerufen. In seinem Redebeitrag am zweiten Tag der Jugendsynode im Vatikan sagte er am Donnerstag: Die Opfer von Missbrauch wie auch marginalisierte Jugendliche „geben das 'Wie' unseres Handelns vor, wenn wir wirklich an ihrer Seite stehen wollen“.

Viele kirchliche Einrichtungen – von den Pfarreien über Verbände bis hin zur Bischofskonferenz – bedürften „der prophetischen Stimme junger Menschen“, so Wübbe, der auch Mitglied der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz ist. Allerdings sollten sie nicht nur gehört werden, sondern konkret an Beratungen und Entscheidungen beteiligt werden.

Junge Frau eröffnete Redebeiträge

Die erste Beratungsrunde der Synode hat sich unter anderem mit dem Vertrauensverlust der katholischen Kirche befasst. Dabei sei es auch um Bitten um Vergebung für jene Fälle gegangen, in denen die Kirche „den Anforderungen ihres Auftrags in allen Bereichen nicht gewachsen war“, sagte der neue Leiter des Medien-Dikasteriums, Paolo Ruffini. Dies schließe auch Missbrauchsfälle in der Kirche ein, so Ruffini beim ersten Pressebriefing zur Synode.

Bei den ersten 25 Redebeiträgen in der Synodenaula ging es laut Ruffini zudem immer wieder darum, im Dialog zwischen jungen Menschen und der Kirche aufrichtig zuzuhören. Weitere Themen waren demnach Migration, Ausgrenzung junger Leute, Gefühlsleben und Sexualität, Spiritualität, Berufung und Familie oder das Verhältnis der Generationen zueinander. Als erste habe in der Versammlung eine junge Frau gesprochen, die Ordensschwester werden will.

Jugendliche haben kein Stimmrecht bei Synode

Die bis 28. Oktober tagende Bischofssynode steht unter dem Titel „Die Jugend, der Glaube und die Berufungsunterscheidung“. Ausgewählte Jugendliche sind dort als Redner zugelassen, haben aber kein Stimmrecht.