Leo O'Donovan promovierte in Münster und feierte Messen in St. Antonius

Bei Bidens Vereidigung betet „Pater Donnerwetter“ aus Münster

  • Bei der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden betet zu Beginn „Pater Donnerwetter“ aus Münster.
  • Der Jesuit Leo O'Donovan promovierte in Münster und feierte Messen in St. Antonius.
  • Ein Mitbruder erinnert sich.
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Dass er ein Donnerwetter loslässt, gilt als sehr unwahrscheinlich, aber: Bei der Amtseinführung von US-Präsident Joe Biden am morgigen Mittwoch in Washington betet zu Beginn „Pater Donnerwetter“ aus Münster.

Der Jesuit Leo O'Donovan spricht auf Bidens Einladung ein Gebet während der Zeremonie. Der Geistliche promovierte 1971 an der Universität Münster bei Karl Rahner. O'Donovan war seinerzeit auch Subsidiar in St. Antonius Münster.

Warum dieser Spitzname?

Die Kinder der Gemeinde verpassten ihm den Spitznamen: Sie hätten ihn „immer nur Pater Donnerwetter genannt“, weil sie seinen Namen nicht aussprechen konnten, sagte O'Donovan im Interview der Zeitung „wissen leben“ der Universität Münster.

Später war er Theologieprofessor und Präsident der Georgetown-Universität in Washington D.C. von 1989 bis 2001. Er leitete 2015 die Trauermesse für Joe Bidens ältesten Sohn Beau, der 46-jährig an einem Hirntumor starb.

Ein Mitbruder erinnert sich

„Er ist ein Sprachtalent“, sagt Pfarrer Klaus Wirth über O'Donovan. Der heute 76-jährige Wirth war zu Zeiten des US-Jesuiten Kaplan in St. Antonius Münster.

„Leo O'Donovan sprach damals akzentfrei Deutsch, war ebenso blond wie ich und ungefähr gleich groß“, erinnert sich Wirth im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“. Deshalb seien O'Donovan und er in St. Antonius manchmal verwechselt worden: „Mich haben damals Leute gefragt, wie es denn meiner Mutter in New York gehe“, sagt Wirth schmunzelnd.

2016 zuletzt zu Besuch

„Ein versierter Theologe, zugleich offen und herzlich“ – so beschreibt Wirth seinen US-Mitbruder, den er 2016 zuletzt getroffen hat. Damals war O'Donovan auf Einladung der Universität einige Tage wieder in Münster tätig.

O'Donovan nennt seine Jahre in Münster die „Zeit, in der ich gereift bin“. Er verweist vor allem auf seinen Doktorvater, den Jesuiten Karl Rahner.

„Priester-Sein in Münster gelernt“

Auch sein Priester-Sein habe er in Münster gelernt, sagt O'Donovan: „Ich habe drei Jahre lang im Pfarrhaus von St. Antonius gewohnt, weil mich der Pfarrer damals eingeladen hatte, als Subsidiar zu helfen.“

Pfarrer Joseph Tömmers und seine Kusine hätten ihn „wie einen adoptierten Sohn“ aufgenommen. Tömmers sei ein sehr kluger, ermutigender Pfarrer gewesen: „Allein deswegen habe ich an Münster die allerbesten Erinnerungen.“

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