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Katholische Kirche und Bundesregierung erarbeiten einheitliche Standards

Betroffene sollen in die Missbrauchs-Kommissionen der Bistümer

Katholische Kirche und Bundesregierung setzen ihre Anstrengungen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs fort. Ziel ist, in den Bistümern Aufarbeitungs-Kommissionen „mit vergleichbarer Struktur“ einzurichten.

Katholische Kirche und Bundesregierung setzen ihre gemeinsamen Anstrengungen zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs fort. Eckpunkte zur Aufarbeitung nach einheitlichen Standards sollten noch in diesem Jahr festgelegt werden, teilten die Deutsche Bischofskonferenz und der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, mit.

Ziel ist laut Rörig, in den Bistümern Aufarbeitungs-Kommissionen „mit vergleichbarer Struktur“ einzurichten. Den Kommissionen sollten Betroffene, unabhängige Experten aus Wissenschaft und Fachpraxis, Verwaltung und Justiz angehören. Der Missbrauchsbeauftragte der Bischofskonferenz, Bischof Stephan Ackermann aus Trier, nannte die angestrebte Übereinkunft in dieser Form ohne Vorbild in Deutschland.

Was Opfer erwarten

Derweil legte die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs eine Studie zu Erwartungen Betroffener an die Gesellschaft vor. Demnach wünschen sich Opfer sexualisierter Gewalt eine bessere Aufarbeitung, etwa durch Angebote zur Bewältigung des Erlebten, die Anerkennung des Unrechts und seiner Folgen sowie Gerechtigkeit in Form eines Ausgleichs für entstandene Nachteile im weiteren Leben.

Für die Studie des Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstituts zu Geschlechterfragen aus Freiburg wurden 419 Online-Fragebögen, 51 Interviews und sechs Gruppendiskussionen mit insgesamt 41 Betroffenen ausgewertet. Die Teilnehmer erwarteten von Gesellschaft und Politik etwa ausreichende Hilfe und Therapie, ungehinderte Akteneinsicht und fachlich kompetente Begleitung.

Wo Missbrauch erfolgt

Schätzungen zufolge wird sexualisierte Gewalt in Deutschland in mehr als der Hälfte der Fälle in der Familie oder im sozialen Umfeld ausgeübt. Zehn bis 15 Prozent entfallen auf Institutionen, hinzu kommt Gewalt unter Gleichaltrigen.

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