Reaktionen auf Pläne der Deutschen Bischofskonferenz

Bischöfe zu entschlossenen und raschen Reformen aufgefordert

Die Pläne der Deutschen Bischofskonferenz für einen „synodalen Weg“ aus der Krise der katholischen Kirche in Deutschland sind begrüßt worden. Zugleich mahnten einige Organisationen Entschlossenheit und Tempo an. Es gab auch Kritik.

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Thomas Sternberg, reagierte verhalten positiv. „Es muss klar sein, was da beraten und entschieden werden soll“, sagte Sternberg im Gespräch mit „Kirche-und-Leben.de“. Die Bischöfe haben vor, katholische Laien und andere Experten in die Beratungen des synodalen Wegs einzubeziehen.

KFD: Es braucht konkretere Ergebnisse als zuletzt

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (KFD) begrüßte den Weg. Die Frauen seien gern bereit, Kompetenzen einzubringen, sagte die stellvertretende Bundesvorsitzende Agnes Wuckelt. Wichtig sei, dass es konkretere Ergebnisse gebe als beim zurückliegenden Gesprächsprozess zwischen 2011 und 2015.

„Es reicht nicht mehr, sich zu treffen und nur zu reden. Es muss sich wirklich etwas verändern“, unterstrich Wuckelt. „Endlich“ müssten die katholischen Frauen „mit ihren vielfältigen Lebens- und Glaubenserfahrungen gehört werden“.

Die KFD begrüßte insbesondere, dass es ein Forum Sexualmoral geben werde. Frauenverbände hätten seit Jahrzehnten darauf hingewiesen, dass aktuelle Forschungsergebnisse aus Theologie und Sozialwissenschaften Eingang in die kirchliche Lehre finden müssten.

BKU: Für die Menschen ist ein Fortschritt kaum erkennbar

Der Bund Katholischer Unternehmer forderte ein schnelleres, entschlosseneres Handeln. „Geredet hat man lange genug, jetzt müssen Taten folgen“, sagte der Vorsitzende Ulrich Hemel. Er begrüßte den Veränderungsprozess, allerdings gehe alles sehr schleppend voran. Die Bischöfe agierten zu sehr nach dem üblichen System zäher Debatten und Arbeitsgruppen. Für die Menschen sei ein Fortschritt kaum erkennbar.

Die Initiative „Wir sind Kirche“ begrüßte den vorgeschlagenen Weg. Er müsse aber deutlich partizipativer und verbindlicher gestaltet werden als „der sehr unbefriedigende, im Sande verlaufene Gesprächsprozess“ in den Jahren vor 2015.

Theologe Wunibald Müller vermisst Mut der Bischöfe

Kritik an den Ergebnissen der Bischofsversammlung übte die Opferinitiative „Eckige Tisch“. Die Kirche mauere weiter bei der Entschädigung der Opfer, sagte Sprecher Matthias Katsch. Die Missbrauchsopfer würden den synodalen Weg kritisch begleiten.

Auch der Theologe und Psychotherapeut Wunibald Müller zeigte sich enttäuscht. Die Bischöfe hätten nicht den Mut aufgebracht, radikale Schritte zu unternehmen, die zu einer Wende führten. Einen synodalen Prozess zu beginnen, sei immer gut, „aber es klingt mir zu sehr nach Vertrösten und letztlich Aussitzen“.

Wünsche zum Zölibat und zur Weihe von Frauen

Der Theologe sagte, er hätte sich gewünscht, dass die Bischöfe sich mit einer Petition an den Papst wenden würden, erste Schritte für die Aufhebung des Pflichtzölibats zu unternehmen. Zudem hätten die Bischöfe bekannt geben können, dass sie künftig auch homosexuelle Männer zu Priestern weihen, so Müller. Auch hätten sich die Bischöfe dafür stark machen sollen, Frauen zu den Weiheämtern zuzulassen.

Müller war von 1991 bis 2016 Leiter des Recollectio-Hauses in Münsterschwarzach. Es will Priestern, Ordensleuten und Mitarbeitern in der Seelsorge die Möglichkeit geben, sich körperlich, psychisch und geistlich-spirituell zu sammeln, um sich für die pastorale Aufgabe zu stärken.