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Wegen Corona begrenzte Teilnehmerzahl, Lichterprozession muss ausfallen

Bischof Felix Genn eröffnet Telgter Wallfahrtssaison

  • Bischof Felix Genn hat in der Propsteikirche St. Clemens die Telgter Wallfahrtssaison eröffnet.
  • Wegen der Corona-Auflagen mussten viele Gläubige die Eröffnung via Internet verfolgen.
  • Genn fordert die Gläubigen auf, sich auf Gott zu verlassen und nicht alles aus eigener Kraft schaffen zu wollen.
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Mit einem Gottesdienst hat Münsters Bischof Felix Genn am 24. April die Wallfahrt in Telgte eröffnet. Weil die Plätze in der Propsteikirche St. Clemens aufgrund der Corona-Pandemie begrenzt waren, verfolgten viele Gläubige die Eröffnung über das Internet. Die traditionelle Lichterprozession im Anschluss an den Gottesdienst entfiel ebenfalls aufgrund der Schutzmaßnahmen. Stattdessen beteten Bischof Genn und Propst Michael Langenfeld gemeinsam mit den Gläubigen vor dem geschmückten Gnadenbild in der Kirche. Vertreter der Bäcker-, Metzger- und Brauergilde hatten es zu Beginn aus der Kapelle in die Kirche getragen.

In seiner Predigt ermutigte Bischof Genn die Gläubigen mit Blick auf das diesjährige Wallfahrtsmotto „Atme in uns Heiliger Geist“ sich von dem Geist Gottes erfüllen zu lassen. Dies könne bisweilen Geduld und ein genaues Hinhören erfordern, sagte der Bischof, „doch wenn wir uns darauf einlassen, dann können wir von diesem Geist des Lebens und der Liebe erfüllt werden, gegen all die Ungereimtheiten und Bedrängnisse, die uns immer wieder in die Versuchung führen, alles aus eigener Kraft schaffen zu müssen.“ Eine Tendenz zum Individualismus auf der Suche nach dem richtigen Weg beobachte er immer wieder, berichtete Genn. „Doch Sicherheit im Leben gibt uns nur das innere Bewusstsein, dass wir diesem Gott, der sagt „Ich bin da, wo Du bist“, trauen können.“

„Derzeitige Situation zeigt Zerbrechlichkeit des Lebens“

Damit schlug er eine Brücke zum Wallfahrtsmotto des zurückliegenden Jahres „Ich bin da, wo Du bist“ aus dem Buch Exodus – eine Zusage, die ein Ausdruck von Zuneigung und Liebe sei. „Genau das ist auch der Ausdruck unseres Gottesglaubens. Wir glauben, dass Gott einer ist, der da sein will, wo wir Menschen sind“, erklärte Bischof Genn. Bildlich ausgedrückt werde dies im Motiv des „Guten Hirten“, das im Text des Sonntagsevangeliums zur Sprache kommt. „Schöner kann man die Wahrheit dieses Satzes nicht ausdrücken“, betonte der Bischof. Indem Jesus sein Leben für seine Schafe gebe, bewahre er sie vor allem Schrecken, auch vor dem Tod. Diese Zusage „Ich bin da, wo Du bist“ mache Jesus den Menschen auch in der Pandemie, stellte Genn den Bezug zur Gegenwart her. „Das ist unser Anker in dieser Situation, in der wir so massiv an vielen Biografien die Macht der Zerbrechlichkeit unseres Lebens angesichts der Gefahr des Todes spüren.“

Im zurückliegenden Jahr hatte der Marienwallfahrtsort Telgte trotz des Ausfalls eines Großteils der organisierten Wallfahrten keinen Rückgang der Pilgerzahlen verbucht. Anstelle der Gruppen hätten sich vor allem Einzelpilger auf den Weg gemacht, hatte Propst Langenfeld vorab im Gespräch mit "Kirche-und-Leben.de" berichtet. In welcher Form die traditionellen Wallfahrten wie die Kutschen- oder die Osnabrücker Wallfahrt in diesem Jahr stattfinden können, ist noch ungewiss und hängt von der Entwicklung der Pandemie ab.

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