Bischof von Münster schreibt Fastenwort zum Reformdialog

Bischof Genn schließt Scheitern des Synodalen Wegs aus

Münsters Bischof Felix Genn bekundet Zuversicht, dass der Synodale Weg zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland Früchte trägt. In seinem Wort zur Fastenzeit 2020 schreibt Genn, Bedingung dafür sei, dass die Beteiligten einander wirklich zuhörten, die Wirklichkeit „aus dem Evangelium deuten“ würden und zum überlegten Handeln kämen.

„Wenn wir in dieser Haltung den Synodalen Weg gehen, dann ist von vornherein ausgeschlossen, dass diejenigen Recht behalten, die diesen Prozess mit großer Skepsis und mit großen Zweifeln ansehen“, schreibt der Bischof in dem Hirtenwort, das an diesem Wochenende in den Gottesdiensten im Bistum Münster verlesen wird. Wer „durch Hören, Deuten aus der Heiligen Schrift und Unterscheiden zum Handeln und zu Lösungen“ komme, der rechne mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Geist habe immer wieder überrascht, wie die Geschichte der Kirche zeige.

Empfehlungen für die persönliche Fastenzeit

Drei Haltungen empfiehlt Genn den Gläubigen für die Fastenzeit. Es brauche erstens „die Bereitschaft, aus sich herauszugehen auf den anderen zu, indem ich wirklich zuhöre und das, was diese Person mir sagt, als wirklich annehme“ und für „wahr“ nehme. Das heiße auch, beim Zuhören nicht gleich an einer Antwort zu arbeiten.

Als zweiten Schritt bittet Genn, die Realität und unterschiedliche Meinungen anzunehmen: „Bringen wir die unterschiedlichen Wirklichkeiten unseres Lebens mit dem Wort Gottes ins Gespräch, so werden wir fähig, sie als Zeichen Gottes in dieser Welt und in dieser Zeit zu deuten.“ Zugleich räumt der Bischof ein, es könne passieren, dass es keine Antwort gebe und man ratlos bleibe.

Vor dem dritten Schritt des Handelns mahnt Genn, nicht „unter Druck zu schnellen Lösungen“ kommen zu wollen. Auch das könne eine Übung nicht nur für die Fastenzeit sein.

„Heiliger Geist ist beim Synodalen Weg anwesend“

Genn nimmt selbst an den Versammlungen des Synodalen Wegs teil. Zudem berät er im Forum „Priesterliche Existenz heute“ mit. Im Hirtenwort schreibt der Bischof, er sei überzeugt, dass der Heilige Geist „wirklich bei diesen Überlegungen anwesend“ sei und durch die Herzen aller wirke, die ihn „seit Taufe und Firmung in sich tragen“. Der Bischof bittet die Gläubigen um das Gebet für den Synodalen Weg.