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Große Zahl an Kooperationspartnern erschwert Begleitung

Bistum Münster: Priester der Weltkirche künftig aus weniger Bistümern

Im Bistum Münster gibt es insgesamt 200 Stellen für Priester aus dem Ausland. Damit sie weiter qualifiziert betreut werden können, wollen die Verantwortlichen die Zahl der kooperierenden Bistümer und Orden verringern.

Das Bistum Münster will im kommenden Jahr das System der so genannten „Priester der Weltkirche“ neu ordnen. Das hat die Bischöfliche Pressestelle Vechta mitgeteilt. Es gehe dabei insbesondere um die stark gewachsene Zahl der Bistümer und Ordensgemeinschaften, die Priester ins Bistum entsenden. Sie soll wieder kleiner werden.

In den letzten Jahren sei die Anzahl dieser Kooperationspartner so stark gestiegen, dass eine qualifizierte Begleitung immer schwerer falle, sagte Ludger Heuer, Sprecher des Bischöflich Münsterschen Offizialats in Vechta. Derzeit arbeite das Bistum mit mehr als 50 Partnern zusammen, vornehmlich in Indien, Osteuropa und afrikanischen Staaten.

Die Zahl der Priester bleibt gleich

Heuer betont ausdrücklich, dass es nicht darum gehe, die Zahl der Priester der Weltkirche im Bistum zu verringern. In der Seelsorge des Bistums Münster arbeiten zurzeit fast 180 von ihnen, die meisten aus Indien, weitere bereiten sich auf den Einsatz vor (siehe Kasten).

Auch wenn Entscheidungen erst im Lauf des Jahres 2018 anstehen – das Ganze hat für einige Priester schon jetzt Folgen. Denn, so die Pressestelle: „Bis auf weiteres werden mit einzelnen Diözesen oder Ordensgemeinschaften statt der üblichen fünfjährigen nur einjährige Vertragsverlängerungen vereinbart.“

Manche sind schon jetzt betroffen

Ob die betroffenen Priester  anschließend weiter im Bistum Münster im Einsatz blieben, hänge davon ab, ob ihr Bistum oder ihre Ordensgemeinschaft auch künftig zu den Kooperationspartnern des Bistums Münster zähle, so Ludger Heuer.

Kaplan Arogya Raj Kumar Kakumanu. | Foto: privat
Kaplan Arogya Raj Kumar Kakumanu. | Foto: privat

Betroffen von dieser Entscheidung sind nach Informationen der Pressestelle zurzeit drei indische Priester aus der Erzdiözese Hyderabad, darunter Pfarrer Silvaraju Kativallu, der in der St.-Johannes-Pfarrei im oldenburgischen Steinfeld arbeitet. Anfang 2013 war er nach Deutschland gekommen. Sein Vertrag ist zum Jahresende 2017 ausgelaufen.

Vorerst nur um ein Jahr verlängert

Statt wie von ihm und seiner Einsatzgemeinde erhofft für die kommenden fünf Jahre, wurde sein Vertrag zunächst nur bis Ende 2018 verlängert. Wie es mit ihm und anderen weitergeht, werde das kommende Jahr zeigen, so Heuer.

Der Steinfelder Pfarrer Christian Wölke und das Bischöflich Münstersche Offizialat schätzten Pfarrer Kativallu und seine seelsorgliche Arbeit sehr. Pfarrer Wölke habe in seinen Gesprächen mit den Verantwortlichen des Offizialats keinen Zweifel daran gelassen, dass er und seine Gemeinde Pfarrer Kativallu langfristig behalten wollen. Daher würden sie es ausdrücklich begrüßen, wenn es der Entscheidungsprozess im kommenden Jahr ermögliche, den Vertrag mit ihm über das Jahr 2018 hinaus zu verlängern.

Kaplan Kakumanu: „Irgendwann müssen wir alle zurück“

Kaplan Arogya Raj Kumar Kakumanu, seit zwölf Jahren als Seelsorger in Rheinberg tätig und Mitglied des Priesterrats im Bistum Münster, hält die anstehenden Veränderungen an sich nicht für sehr problematisch: „Es ist eine Frage der Wahrnehmung jedes einzelnen und mancher findet es vielleicht schade, aber so sind die Regeln. Wir gehören als Bistumspriester zu unserem eigenen Bistum in Indien und wir wissen von Anfang an, dass wir irgendwann zurückkehren müssen.“

Natürlich sei es schön, wenn ein Mitbruder sich hier in Deutschland akzeptiert und gut aufgenommen fühle. „Aber ob wir kürzer oder länger hier arbeiten können, das hängt von unserem Bischof ab und davon, wie man uns hier gebrauchen kann. Wenn das Bistum es anders regeln möchte, dann ist das eben so.“

Priester der Weltkirche
Derzeit sind im Bistum Münster etwa 180 Priester der Weltkirche tätig, zwei Drittel von ihnen aus Indien. Hinzu kommen Seelsorger aus Osteuropa und aus afrikanischen Ländern. Zusammen mit den weiteren Priester, die sich auf den Einsatz in Deutschland vorbereiten, sind alle im Bistum für Priester der Weltkirche vorgesehenen 200 Stellen besetzt.

Nach der Grundordnung im Bistum Münster werden sie als Kaplan oder Vicarius Cooperator eingesetzt. Geeigneten und erfahrenen Seelsorgern kann auch eine Pfarrei als Pfarrverwalter übertragen werden. Nach fünf Jahren ist eine Versetzung an eine weitere Stelle oder eine Verlängerung der Dienstzeit möglich. Nach zehn Jahren endet regulär der Dienst im Bistum Münster. Dann muss mit dem Heimatbischof oder den Ordensoberen abgestimmt werden, ob sie noch länger im Bistum Münster bleiben oder zurückkehren. | miro

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