Einrichtungen sollen zu Nachhaltigkeit, Umweltschutz und fairem Handel animiert werden

Bistum Münster startet Projekt „Zukunft einkaufen“

In Münster ist das Projekt „Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften im Bistum Münster“ gestartet. Kirchliche Einrichtungen wie Pfarrgemeinden, Caritas-Angebote oder Schulen werden unterstützt, nachhaltig, umweltschonend und fair zu wirtschaften. Nach einer mehrjährigen Pilotphase mit wenigen Partnern soll die Teilnahme jetzt für alle Interessierten möglich sein. Die Initiative ist Teil einer bundesweiten Kampagne.

„Wir entscheiden beim Einkaufen über die Zukunft“, zeichnete Weihbischof Stefan Zekorn bei der Vorstellung des Projekts die Grundidee nach, die sich aus der päpstlichen Enzyklika „Laudato si“ entwickelt habe. „Wir haben es buchstäblich in der Hand, wie wir die Schöpfung hüten und an die kommenden Generationen übergeben.“ Seit Jahrzehnten sei das nachhaltige Wirtschaften und der faire Einkauf vor allem in Initiativen in Pfarreien und Verbänden ein Thema. Das neue Projekt wolle die Möglichkeit geben, diese Ansätze in allen Bereichen zu intensivieren.

Schrittweise beteiligen

Der Weihbischof hob hervor, wie konkret das Projekt Möglichkeiten biete, sich in einer Einrichtung mit entscheidenden Fragen auseinander zu setzen. Ein dreistufiges Verfahren soll einen Einstieg in eine intensive Auseinandersetzung erleichtern. So kann in einem ersten Schritt etwa auf fair gehandelte oder regionalen Produkte zurückgegriffen werden. Im zweiten Schritt kann eine intensive Bestandsaufnahme aller Fragen rund um Einkauf, Energiehaushalt und Abfallproduktion erfolgen, um so Verbesserungen anzugehen. Im dritten Schritt werden diese Ansätze in der Breite umgesetzt. Eine Zertifizierung ist dann möglich.

Weitere Informationen:
www.bistum-muenster.de/zukunft-einkaufen

„Es geht darum, Ökonomie und Ökologie der Einrichtungen unter die Lupe zu nehmen“, erklärte Thomas Kamp-Deister, Referent für Schöpfungsbewahrung im Bischöflichen Generalvikariat. „Wir wollen schauen, wie es vor Ort aktuell aussieht, um zu fragen, was sie dort daraus machen können.“ Das Projekt sei ein Angebot, keine Verpflichtung. Das Bistum begleite die Partner personell und stoße Maßnahmen mit an. Nach drei Jahren werde nachgefragt, wie die weitere Entwicklung aussehen könne.

Erfolgreiche Pilotprojekte

Vorgestellt wurden die Initiativen des Kolping-Diözesanverbands Münster, der an der Pilotphase teilgenommen hat. „Wir wollten glaubwürdig sein und eine Vorbildfunktion erfüllen“, erklärte Sonja Wilmer-Kausch die Motivation. „Es ging auch darum, die Idee für unsere Mitarbeiter und Verbandsmitglieder aufzuarbeiten, damit sie den Gedanken in ihrer alltäglichen Praxis aufgreifen können.“ Schnell hätten die Beteiligten gemerkt, dass „Zukunft einkaufen mehr ist als fairen Kaffee einzukaufen“.

Benedikt Vollmer, der das Projekt im Verband koordinierte, hob hervor, dass sich die Teilnahme nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch lohne. Gerade in den kleinen Dingen seien finanzielle Einsparungen möglich, die gleichzeitig der Umwelt zugute kämen. „Der Eco-Modus des Bürodruckers ist für viele Ausdrucke absolut ausreichend“, nannte er ein Beispiel. Die Auseinandersetzung mit den vielen Kleinigkeiten sei intensiv und anstrengend gewesen, habe aber zu vielen Aha-Effekten geführt.

Kirche ist in der Pflicht

„Es ist wunderbar, dass es Menschen gibt, die sich engagieren, Verantwortung übernehmen und unsere globale Gesellschaft mitgestalten“, freute sich Weihbischof Zekorn. Damit könne auch in der Kirche in Deutschland viel bewegt werden. „Sie kauft jährlich Produkte für mehr als 60 Milliarden Euro ein.“

Dabei schauten viele Einrichtungen in der Regel aber zu viel auf den Preis – Energieverbrauch und andere ökologische Kriterien seien bei vielen noch nicht zwingend im Blick. Das Projekt „Zukunft einkaufen“ solle Anreize geben, an dieser Situation etwas zu ändern.