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Benediktinerkloster in Meschede muss Sanierung selber finanzieren

Bröckelnder Kirchturm: Abtei Königsmünster bittet dringend um Hilfe

  • Die moderne Abteikirche Königsmünster prägt das Stadtbild von Meschede im Sauerland und ist weit darüber hinaus bekannt.
  • Doch einer der beiden Türme ist marode, Steine fielen herab, der Turm wurde gesperrt.
  • Weil das Kloster die Sanierung allein finanzieren muss, bittet sie dringend um Unterstützung.
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Für viele Besucher der Abtei Königsmünster ist er ein ganz besonderer Ort: der 32 Meter hohe und innen hohle Sakraments-Turm mit einer bronzenen Tabernakelstele auf dem Grund. Sie erinnert an die Feuersäule, in der Gott das Volk Israel durch die Wüste begleitet hat, wie das Alte Testament berichtet. Die Akustik in diesem meditativen und erhebenden Raum fasziniert jeden, der den Turm betritt. Wie bei Benediktinerkirchen oftmals üblich, ist er einer von zwei Türmen, die das Ensemble der 1965 fertiggestellten und unter Denkmalschutz stehenden Abteikirche prägen. Wie ein schützendes Wahrzeichen ragt sie auf dem Klosterberg über der sauerländischen Stadt Meschede auf.

Doch der Sakraments-Turm ist seit einem halben Jahr gesperrt. Der Grund: Durch Wassereintritt sind sogar Putzstücke aus 25 Metern Höhe herausgebrochen und heruntergefallen. Zudem gibt es Risse in der Klinkerfassade. „Wir haben den Turm sofort geschlossen, weil wir natürlich niemanden gefährden wollen“, sagt Pater Maurus Runge OSB auf Anfrage von „Kirche-und-Leben.de“. Er stammt aus Dinslaken am Niederrhein und ist 1997 in Königsmünster eingetreten. Wie er kommen vier weitere der 45 Mönche aus dem Bistum Münster, von wo zudem eine Vielzahl der Gäste anreisen, die in der Abtei Besinnung und Orientierung suchen.

Dauer und Kosten der Sanierung sind unbekannt

Sakramentsturm Königsmünster
Vor den Schäden: Blick über den Tabernakel in den 32 Meter hohen, jetzt maroden Sakraments-Turm. | Foto: Abtei Königsmünster

Zwar können Mönche und Gäste das Stundengebet und die Eucharistiefeiern wie gewohnt in der modernen Abteikirche feiern, das Allerheiligste ist allerdings aus dem Tabernakel im Sakraments-Turm in eine Kapelle nahe der Sakristei in der Klausur gebracht worden, dem internen Bereich der Mönche. „Es ist ein merkwürdiges Gefühl, wenn das Allerheiligste nicht bei uns in der Kirche ist, während wir dort beten, und das Ewige Licht daher nicht brennt“, findet Pater Maurus.

Wie lange eine Sanierung dauern und wie teuer sie wird, lasse sich noch gar nicht sagen. „Wir sind im Gespräch mit der Denkmalschutzbehörde und auch mit dem Sohn des Architekten Hans Schilling, der die Pläne für unsere Abteikirche entworfen hat.“ Schnell dürften die Schäden nicht behoben sein. „Man sieht einfach nicht, welche Wege sich das Wasser im Mauerwerk gesucht hat“, sagt Pater Maurus. Daher sollen jetzt Gutachten erstellt werden.

Weit über Meschede hinaus bedeutsam

Weil das Kloster wie alle Benediktinerabteien exemt sind, also eigenständig und keinem Bistum zugeordnet, und auch die Abteikirche keine Pfarrkirche ist, muss die Gemeinschaft von Königsmünster die Sanierung allein finanzieren. „Auch wenn es das Herzstück unseres Klosters ist: Unser Königsmünster ist ja nicht nur ein Gebäude, das wir selber nutzen, sondern das vielen, vielen Menschen in Meschede, im Sauerland und weit darüber hinaus Heimat gibt“, sagt Pater Maurus. „Wir hoffen daher sehr auf die Unterstützung unserer Freundinnen und Freunde, Wohltäterinnen und Wohltäter.“

Die Abtei Königsmünster in Meschede wurde 1928 gegründet und 1956 zur Abtei erhoben. Am 1. September 1964, 25 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs, wurde die neue Abteikirche als Friedenskirche „Christus dem wahren König des Friedens“ geweiht. Zum Kloster gehört ein Gymnasium mit rund 600 Schülerinnen und Schülern. Im Jugendgästehaus „Oase“, dem 2001 errichteten „Haus der Stille“ und im nur Männern zugänglichen Gästetrakt der Klosterklausur verbringen jedes Jahr mehrere tausend Menschen Tage der Stille und der Orientierung. Drei der Mönche von Königsmünster leben in der „Cella St. Benedikt“, einem Stadtkloster in Hannover.

Mehr Information über das Kloster und die Möglichkeit zu spenden: www.koenigsmuenster.de

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